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Baufinanzierung – mit kirchlichem Beistand?

Angesichts der nach wie vor günstigen Bauzinsen denken immer noch viele Menschen darüber nach, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. In der Regel informieren sie sich über aktuelle Konditionen bei ihrer Hausbank und bei einigen bekannten, größeren Institutionen. Immer mehr Interessenten gehen auch dazu über, einen Kreditvermittler bzw. einen Finanzierungsberater einzuschalten. Mit dessen Hilfe soll der Markt nach einem passenden Baufinanzierungs-Angebot durchleuchtet werden. Neben den bekannten Filial- und Direktbanken gibt es aber auch noch eine Reihe ebenfalls sehr interessanter Geldinstitute, die ebenfalls Baudarlehen zu interessanten Konditionen gewähren – aber weitgehend unbekannt sind. Eines davon ist die Bank für Kirche und Caritas.

Neben verschiedenen Anlage- und Vorsorgeprodukten bietet die Bank für Kirche und Caritas auch die Möglichkeit, ein Darlehen zur Baufinanzierung zu beantragen. Die Leistungen dieser Bank, die sich selbst als Spezial- und Genossenschaftsbank betrachtet, stehen dabei keineswegs nur Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen sondern durchaus auch Privatleuten zur Verfügung. Und die Konditionen können sich durchaus sehen lassen: Grundbesicherte Darlehen mit einer Laufzeit von 5 Jahren sind derzeit schon ab 3,25 Prozent zu haben. Baudarlehen mit einer Zinsbindung über 10 Jahre sind ab 4,00 Prozent erhaltlich. Variable Baudarlehen kosten derzeit 4,25 Prozent Zinsen. Die Auszahlung des Darlehens erfolgt zu 100 Prozent. Den eigenen Finanzierungsaufwand kann man zumindest grob auf der Webseite der Bank per Finanzierungsrechner berechnen.
Darüber hinaus ist es möglich, das Darlehen mit einem Bausparvertrag oder auch einem KfW-Darlehen zu kombinieren. Nähere Informationen und die passenden Ansprechpartner findet man ebenfalls auf der Bank-Webseite.

Das Angebot der Bank für Kirche und Caritas erscheint durchaus attraktiv. Zumal die Bank betont, dass sie ausschließlich die Bedürfnisse ihrer Kunden in den Mitelpunkt rückt. Also das praktiziert, was die Politik derzeit verstärkt fordert: Einen verantwortungsbewussten, ethisch einwandfreien Umgang mit Kunden und ihren Geldern.

Wird Bauen 2010 teurer?

In den letzten Tagen sind Zeitungen und Zeitschriften voll von Prognosen, wie das neue Jahr wohl werden wird. So auch in puncto Baufinanzierung: Sowohl Financial Times Deutschland (FTD) als auch Capital widmen sich der Frage, wie lange Bauherren noch von den günstigen Konditionen profitieren können. Hier kommt man wie auch bei anderen Branchenexperten zu dem Schluss: Die Zeit der günstigen Kredite wird wohl bald vorbei sein. Im Jahr 2009 wurde das Zinstief definitiv erreicht, darin sind sich alle Finanzierungsexperten einig. Für die ersten beiden Quartale 2010 erwarten die meisten von ihnen einen Zinsanstieg in Höhe von bis zu 0,3 Prozent für Baudarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung. Für Darlehen mit 15 Jahren Laufzeit erwartet man verbreitet sogar einen Anstieg um bis zu 0,5 Prozent im Durchschnitt. Was zunächst erst einmal wenig klingt, kann eine Finanzierung enorm verteuern. Legt man zugrunde, dass ein Darlehen schnell 100.000 Euro betragen kann, hieße ein solcher Zinsaufschlag Mehrkosten in Höhe von mehreren Tausend Euro.

In der Konsequenz nun aber noch schnell eine Finanzierung abzuschließen wäre der falsche Weg. Wichtig ist es, alle Finanzierungsoptionen zu beleuchten und den passenden Mix aus unterschiedlichen Finanzierungsformen und Zuschüssen zusammenzustellen – und das geht nur individuell mithilfe eines unabhängigen Beraters. Als empfehlenswert gilt es derzeit in jedem Fall, sich die noch günstigen Konditionen für lange Zeit zu sichern. Allerdings haben die Aufschläge für Forwarddarlehen in den letzten Wochen und Monaten angezogen, sodass möglichst nicht der gesamte Betrag, der zur Finanzierung benötigt wird, auf diese Weise beschafft werden sollte. Zinsgünstig fährt man derzeit auch mit variablen Darlehen, die allerdings mit einem Zinscap ausgestattet sein sollten, das die Zinsobergrenze ab einer bestimmten Höhe deckelt. Nutzt man schließlich noch Möglichkeiten wie das Riestersparen, einen Bausparvertrag oder einen zinsgünstigen KfW-Kredit, kann eine Finanzierung auch noch in 2010 relativ günstig realisiert werden.

Studie: Deutsche finanzieren sicherheitsbewusst

Schon länger haben Deutsche im Ausland den Ruf, in finanziellen Angelegenheiten äußerst sicherheitsbewusst zu agieren. Das bestätigt nun auch die aktuelle Baugeldstudie des Baugeldvermittlers HypothekenDiscount: Darin sollten die Befragten u.a. angeben, wann ihrer Meinung nach der beste Zeitpunkt zur Anschlussfinanzierung gekommen sei. Das Ergebnis ist erfreulich: Ein Großteil der Befragten würde keinesfalls bis zum Ende der aktuellen Finanzierung warten, sondern sich bereits im Vorfeld über die Möglichkeiten der Anschlussfinanzierung informieren. Immerhin 57,2 Prozent der Befragten sind der Meinung, etwa ein halbes Jahr vor Ablauf der Zinsbindung sollten sich Immobilienfinanzierer um eine passende Anschlussfinanzierung kümmern. Immer noch 30,4 Prozent geben sich noch sicherheitsbewusster und würden etwa zwei Jahre vor Ablauf der Zinsbindung die Prologation planen. Und zehn Prozent der Befragten würde sogar bereits fünf Jahre vor dem Auslaufen der Erstfinanzierung mit der Planung der Finanzierung danach beginnen.

Eine so lange Planungszeit ist allerdings nicht notwendig und auch nicht sehr sinnvoll: Wer sich bereits fünf Jahre vor dem eigentlichen Bedarf eine Anschlussfinanzierung sichert, muss nicht nur einen sehr hohen Zinsaufschlag in Kauf nehmen. Fallen die Bauzinsen in diesen fünf Jahren, könnte eine Anschlussfinanzierung zu einem späteren Zeitpunkt deutlich günstiger werden. Sinnvoll ist es jedoch tatsächlich, sich spätestens ein halbes Jahr vor Ablauf der Zinsbindungsfrist mit weiteren Finanzierungsmöglichkeiten zu beschäftigen. Endet die Zinsbindung in etwa zwei bis drei Jahren, lohnt es sich, den Markt schon einmal ein wenig zu beobachten. Ist beispielsweise abzusehen, dass die Zinsen wie derzeit sehr niedrig oder sogar auf einem historischen Tief liegen, kann sich eine frühzeitige Sicherung der Konditionen mithilfe eines Forward-Darlehens durchaus lohnen.

Studie: Deutsche verzichten für Immobilie auf Luxus

Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der comdirect bank bringt es ans Tageslicht: Für eine eigene Immobilie würden sich die Deutschen in ihrem Alltag einschränken. Immerhin 70 Prozent der Befragten ist bereit, die Haushaltsausgaben dauerhaft zu senken, wenn dafür im Gegenzug das Traumhaus oder die Eigentumswohnung winkt.

Selbst wenn sie dafür liebgewonnene Gewohnheiten oder ein wenig Luxus aufgeben müssten, würde sich ein Großteil für das Wohnen in der eigenen Immobilie entscheiden und dafür zurückstecken. In der Umfrage geben beispielsweise 28 Prozent der Befragten an, auf ein neues Auto oder neue Möbel verzichten zu können. Immerhin noch 22 Prozent würden beim Urlaub Abstriche machen und 9 Prozent könnten sich vorstellen, für die eigene Immobilie an Freizeitvergnügen wie beispielsweise Kino oder Restaurantbesuche zu sparen. Immerhin 12 Prozent gaben in der Umfrage an, ihren Lebensstandard überhaupt nicht einschränken zu wollen. Für sie käme eine eigene Immobilie nur dann infrage, wenn sie sich in keiner Weise einschränken müssten.

Tatsächlich ist es keinesfalls immer notwendig, seinen Lebensstandard radikal zu senken nur um eine Immobilie erwerben zu können. Stattdessen ist es sehr sinnvoll mithilfe eines unabhängigen Finanzierungsberaters in Ruhe die Finanzierungsoptionen durchzugehen. Denn über eines sollten sich zukünftige Immobilienbesitzer klar sein: Wer von vornherein nur eine Finanzierung stemmen kann, weil das Budget empfindlich beschnitten wird, ist der Situation nach den ersten Jahren schnell überdrüssig. Mithilfe des Experten ist es dagegen möglich, eine günstige Finanzierung zu finden, die es ermöglicht, den gewohnten Lebensstandard in etwa halten zu können. Zudem kann ein Experte Tipps geben, wie die Finanzierung, die Tilgung und eine mögliche Anschlussfinanzierung gestaltet werden kann, damit möglichst wenig Zinsen zu zahlen sind und mehr Geld für die Haushaltskasse bleibt.

Baufinanziererverband nimmt Arbeit auf

Heute war ein besonderer Tag für all diejenigen, die sich professionell mit dem Thema Baufinanzierung beschäftigen: Der gestern gegründete Bundesverband der Immobilienfinanzierer e.V. (BVDIF) nahm erstmals seine Arbeit auf. Der bundesweit erste Interessenverband der Produktgeber, Berater, Fachleute und nicht zuletzt auch Bauherren verfolgt große Ziele. So soll der Verband die Interessen der einzelnen Interessensgruppen bündeln und bundesweit gegenüber politischen Entscheidungsträgern vertreten. Bisher nämlich gibt es Angaben des Verbandes zufolge keine Instanz in Deutschland, die die Interessen der Marktteilnehmer einerseits und der Baufinanzierungskunden andererseits vertritt.

Ein weiteres Ziel des BVDIF ist die Qualitätssicherung bei Beratungsleistungen: Bisher gibt es praktisch keine Standards in der Beratung von Baufinanzierungskunden. Im Interesse der Kunden ist es daher wichtig, allgemein verbindliche Standards zu definieren und deren Einhaltung zu überwachen. Dazu ist u.a. geplant, Berater mit Ausbildungs- und Qualifizierungsangeboten stets auf den neuesten Stand zu bringen. Der erste Lehrgang wird “Berater für Immobilienfinanzierung” heißen, ein IHK-Zertifikatslehrgang sein und kann bereits ab Januar 2010 belegt werden. Zudem soll ein Ehrenkodex für Verbandsmitglieder auf den Weg gebracht werden.
John Semler, Verbandsvorsitzender und zugleich Geschäftsführer der ASG Baufi, geht im Gespräch mit Cash online sogar noch weiter: Schwarzen Schafen soll, so Semler, der Zugang zum Markt verwehrt werden, sodass sich Baufinanzierungskunden künftig darauf verlassen können, dass sie nur noch von seriösen, geprüften Finanzierungsvermittlern beraten werden. Apropos Vermittler: Sie sollen nach dem Willen des Verbandes in ein Register der Baufinanzierungsvermittler aufgenommen werden. Bauherren erleichtert ein solches Register in der Zukunft, einen geeigneten und seriösen Finanzierungsvermittler in seiner Region zu finden.

Sondertilgungsoptionen nutzen!

Viele Bauherren machen sich bereits lange bevor der Bau ihrer Immobilie beginnt Gedanken um Lage und Schnitt, Ausstattung und viele andere Merkmale ihres Traumhauses. Mit der Finanzierung beschäftigen sich viele dagegen relativ kurzfristig: Nicht selten informieren sich Bauherren erst dann über mögliche Finanzierungsvolumina und -formen, wenn sie bereits ein Grundstück oder eine Immobilie im Auge oder gar den Kaufvertrag schon abgeschlossen haben. Dementsprechend wenig Zeit widmen viele auch der Ausgestaltung ihres Darlehensvertrages: Häufig wird die Baufinanzierung als notwendiges Übel betrachtet, das man lieber heute als morgen hinter sich bringt. Dabei ist es durchaus interessant, verschiedene Finanzierungsptionen gegenrechnen zu lassen und zu sehen, mit welchem Konstrukt man am günstigsten wegkommt.

Immer noch ist es häufig so, dass Bauherren dem Finanzierungszins die mit Abstand meiste Aufmerksamkeit auf der Suche nach einem geeigneten Darlehen schenken. Prinzipiell ist das auch richtig: Je niedriger der Darlehenszins, desto niedriger die Finanzierungskosten und damit die Gesamtbelastung. Allerdings nützt der niedrigste Zinssatz nichts, wenn nicht auch andere Parameter wie beispielsweise die Darlehenslaufzeit bzw. Zinsfestschreibungsdauer zugunsten des Darlehensnehmers ausfallen. Liegt der Zinssatz niedrig, ist aber nur für 5 Jahre gesichert oder das Darlehen wird in sehr geringen Raten abgetragen, erhöhen sich die Finanzierungskosten trotzdem.

Ein wichtiger Aspekt trifft auch die Ausgestaltung des Finanzierungsvertrags: Insbesondere mit Sondertilgungsoptionen lassen sich die Finanzierungskosten deutlich reduzieren. Wichtig dabei ist, dass Sondertilgungen möglichst kostenlos und in unbeschränkter Höhe und Häufigkeit durchgeführt werden können sollten. Noch viel wichtiger ist: Sondertilgungen sollten sich nicht nur als Option im Vertrag wiederfinden, sondern tatsächlich so früh wie möglich genutzt werden. Je früher eine Sondertilgung erfolgt, zum Beispiel aufgrund einer Gehaltserhöhung oder einer Rentenauszahlung, desto weniger Zinsen fallen an und desto höher fällt die Ersparnis aus.

Riester-Bausparpläne im Test

Eine der beliebtesten Varianten, ausreichend Eigenkapital zum Bau eines Eigenheims zu akkumulieren, ist nach wie vor der Bausparvertrag. Er verspricht in erster Linie Sicherheit, besonders Planungssicherheit, und ein zinsgünstiges Darlehen im Anschluss an die Ansparphase, was ihn besonders für konservative Anleger und Bauherren interessant macht. Alle Konditionen stehen mit Vertragsabschluss fest, sodass es im Laufe der Finanzierungs- und Darlehensphase keine unliebsamen Überraschungen geben kann. Darüber hinaus ist der Bausparvertrag mit dem Riester-Sparen kombinierbar: Auf diese Weise profitiert man nicht nur vom Bauspar-Konzept, sondern integriert darin auch die staatlichen Zuschüsse zur privaten Altersvorsorge. Auf diese Weise lässt sich das Darlehen schneller durch Sonderzahlungen tilgen, was die Finanzierungskosten im Gesamten deutlich senkt. Auch die Stiftung Warentest hat sich kürzlich mit dem Thema Bausparen, insbesondere in Kombination mit Riester, befasst. Ihre Erkenntnisse im Detail sind im aktuellen Heft nachzulesen oder online abrufbar.

Bausparpläne sollen mittel- oder langfristig zu den eigenen vier Wänden verhelfen. Günstig sind sie laut Stiftung Warentest daher auch nur dann, wenn wirklich mittel- oder langfristig finanziert werden soll. Dann haben sogar Geringverdiener realistische Chancen auf ein Eigenheim: Bauherren, die auch nur einen relativ geringen Beitrag auf lange Zeit regelmäßig einzahlen, profitieren vom günstigen Darlehenszins und können über die Zeit einen ansehnlichen Eigenkapitalstock aufbauen. Allerdings gilt es vor Vertragsschluss genau hinzusehen: Die Warentester weisen darauf hin, dass sich Bausparverträge aufgrund ihrer komplexen Zusammensetzung nur sehr schwer vergleichen lassen. Achten sollte man insbesondere auf Kostenfaktoren wie verschiedene Gebühren, Zinssätze und Bedingungen. Die besten Tarife bieten derzeit Alte Leipziger, HUK Coburg und Wüstenrot.

Wer allerdings sein Bauvorhaben auf unbestimmte Zeit verschiebt oder gar aufgibt, hat sein Geld für lange Zeit zu sehr geringen Zinsen angelegt und auf diese Weise sehr viel Rendite verschenkt. Als reines Anlageprodukt ist der Bausparplan wenig empfehlenswert.

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