Vollfinanzierung wieder attraktiv
Der Einzug ins Eigenheim ohne Eigenkapital – gerade für junge Familien ohne Rücklagen eine verlockende Alternative zum langwierigen Sparen. Die finanziellen Belastungen, die eine Vollfinanzierung mit sich bringt, sind allerdings enorm: Nicht nur die aufgrund der höheren Darlehensschuld immense Tilgungslast muss bewältigt werden, sondern darüber hinaus sind auch Zinsaufschläge in Kauf zu nehmen. Darlehen mit einem Beleihungsauslauf von mehr als sechzig Prozent sind dabei oft signifikant teurer als solche mit geringerem Verschuldungsgrad.
Experten sehen in der Vollfinanzierung dennoch eine attraktive Möglichkeit für junge Familien mit hohem und sicherem Einkommen, schon frühzeitig in den eigenen vier Wänden zu leben und dadurch eine bessere Lebensqualität zu genießen. Durch den jüngsten Rückgang der Hypothekenzinsen lassen sich auch größere Volumina wieder zu erschwinglichen Konditionen finanzieren. Insbesondere die flache Zinsstruktur und die damit verbundene Möglichkeit für Bauherren, das günstige Zinsniveau zu geringen Aufschlägen für mehrere Dekaden festzuschreiben, ist nach Ansicht der Fachleute ausschlaggebend für die günstige Gelegenheit.
In Kombination mit Darlehen der öffentlichen Hand, insbesondere solchen aus Programmen der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau, lässt sich ein tragfähiges Finanzierungskonzept auch ohne Eigenkapital erstellen. Das Wohneigentumsprogramm der KfW beispielsweise ermöglicht die Finanzierung von bis zu dreißig Prozent der Investitionssumme über ein günstiges Nachrangdarlehen. Folglich müssen für lediglich zehn Prozent der Bau- oder Erwerbskosten Zinsaufschläge für einen höheren Beleihungsauslauf gezahlt werden. Da das Darlehen der KfW in den ersten fünf Jahren tilgungsfrei ist, kann dieser Anteil der Finanzierung schnell zurückgezahlt werden.
Fazit: Wer kein Eigenkapital aufbringen kann, sollte eine Vollfinanzierung in Betracht ziehen. Die Konditionen jedenfalls sind günstig.

