Bausparkassen Gewinner der Finanzkrise
Die US-amerikanische Finanz- und Hypothekenkrise erschütterte zu Beginn des Jahres die weltweiten Finanzmärkte und führte zu dramatischen Kursverlusten für Millionen Anleger. Im Dunstkreis der Turbulenzen treten nun, einige Monate nach den Beben auf dem Börsenparkett, die Konturen der Gewinner der Krise zunehmend schärfer in den Vordergrund: Deutsche Bausparkassen werden nach Ansicht vieler Experten in Zukunft stärkeren Zulauf verzeichnen.
Bausparkassen sind im Gegensatz zu angelsächsischen Finanzierungsinstitutionen unter der Prämisse von Stabilität und Sicherheit konzeptioniert und bergen nicht einmal ansatzweise die Kollapsrisiken der Subprime-Krise. Bausparkassen verkaufen Darlehen nicht an Dritte weiter, sofern sie ordnungsgemäß bedient werden und vergeben darüber hinaus Kredite nur in einem konservativ ausgerichteten Verhältnis zum Eigenkapital, das der Darlehensnehmer einbringt.
Für Bauherren bietet ein klassischer Bausparvertag neben der Sicherheit weitere Vorteile, die insbesondere angesichts der Entwicklungen in den USA künftig stärkeres Interesse erfahren dürften: Die Zinsen eines Bauspardarlehens stehen schon bei Vertragsschluss für die gesamte Laufzeit fest und ermöglichen so eine exakte Planung der Tilgung.
Die jüngsten Aktivitäten des Gesetzgebers, der künftig auch Altersvorsorgemaßnahmen im Rahmen der Riester-Rente zur Finanzierung selbstgenutzten Wohnraums zuzulassen gewillt ist, dürften den Bausparkassen weiteren Auftrieb verleihen. Künftig wird durch den „Wohn-Riester“ insbesondere Familien eine erhebliche Förderung bei der Baufinanzierung zuteil.
Ein weiterer Pluspunkt für den Bausparvertrag ergibt sich durch die zum 01. Januar kommende Abgeltungssteuer. Zwar werden die Guthabenzinsen eines Bausparvertrages künftig der Besteuerung unterzogen – der Zinsvorteil beim Bauspardarlehen aber bleibt steuerfrei. Folglich werden künftig besonders Bausparverträge mit niedrigen Guthabenzinsen und ebenso verbilligten Darlehen besonderen Zuspruch erfahren.

