Das Ende der Niedrigzinsen?

Bereits seit einigen Wochen prophezeihen Experten, dass im Bereich der Bauzinsen die Talsohle erreicht ist: Mit einem weiteren Sinken der Bauzinsen ist nicht mehr zu rechnen, spätestens seit der Bestätigung der EZB, dass der Europäische Leitzins vorerst nicht weiter abgesenkt werden wird. Schon zeigen sich erste Auswirkungen dieses letzten Schritts der EZB: Seit einigen Tagen ziehen die Zinsen für Hypothekendarlehen deutlich an. Insbesondere im kurzfristigen Bereich sind die Zinsen deutlich gestiegen. Was nicht weiter verwundert, schließlich sind es vor allem die Kurzfrist-Anlagen und –Darlehen, die an den Europäischen Leitzins gekoppelt sind.

Nach Brancheninformationen kosten Darlehen mit einer Laufzeit von fünf Jahren derzeit ab 3,78 Prozent effektiv im Jahr – immer noch ein sehr attraktiver Satz, der aber 18 Basispunkte über dem Satz liegt, der Ende der vergangenen Woche erhältlich war. Auch bei langfristigen Darlehen ist ein Anstieg der Zinsen zu verzeichnen, wenngleich dieser deutlich geringer als bei kurzfristigen Darlehen ausfällt. Mit 4,96 Prozent für Darlehen mit einer Laufzeit von 25 Jahren ist die 5-Prozent-Marke schon fast wieder erreicht.

Diese Entwicklung sollte Verbraucher und zukünftige Bauherren jedoch nicht dazu verleiten, jetzt überstürzt zu handeln. Die Zinsen ziehen zwar an, werden aller Wahrscheinlichkeit nach aber nicht sprunghaft steigen. Es besteht also keinerlei Notwendigkeit zu übereilten Entscheidungen, um sich das niedrige Zinsniveau zu sichern. Im Gegenteil: Wer sich jetzt ad hoc für irgendeine Finanzierung entscheidet nur weil der Zins niedrig erscheint, könnte in einigen Jahren feststellen, dass er in der Eile eine falsche Entscheidung getroffen hat und das Darlehen im Endeffekt gar nicht so günstig ist wie bei Abschluss angenommen.

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