Die Zinsen nicht nur im Euroraum sind nach wie vor sehr niedrig, was u.a. den niedrigen Leitzinsen geschuldet ist. Dieser Umstand bewirkt nicht nur lange Gesichter bei Anlegern, sondern auch freudige Gesichter bei Darlehensnehmern: Auch bei Krediten sind die Zinsen gefallen, wenngleich bei Baukrediten nicht in dem Maße wie bei Konsumentenkrediten. Viele Kreditnehmer, die derzeit ein Darlehen abzahlen stellen sich da die Frage ob es nicht sinnvoll sein könnte, das bestehende Darlehen durch ein günstigeres abzulösen. Was verführerisch klingt, sollte aber in jedem Fall gut überlegt und durchgerechnet werden: Der Wechsel könnte Darlehensnehmer sonst teuer zu stehen kommen.
Die meisten Baudarlehen verfügen über eine Zinsbindung, was von den meisten Darlehensnehmern auch durchaus erwünscht ist: Durch eine Zinsbindung bleibt der Darlehenszins für die vereinbarte Laufzeit fixiert und kann nicht schwanken, was Planungssicherheit verschafft. Eben diese Zinsbindungsfrist sorgt aber auch dafür, dass ein Darlehen nicht vorzeitig verlassen werden kann: Wer während dieser Frist umschulden will, muss nicht nur die Restschuld an die Bank zurückzahlen, sondern in der Regel auch eine Vorfälligkeitsentschädigung in Kauf nehmen, die die Bank für die entgangenen Zinseinnahmen entschädigt. Hier sind viele Darlehensnehmer zudem einem Irrtum aufgesessen: Nur weil die Marktzinsen derzeit niedrig sind, sind Vorfälligkeitsentschädigungen keineswegs günstig. Im Gegenteil: Derzeit ist die Entschädigungszahlung relativ hoch.
Auch wenn ein neues Darlehen derzeit sehr günstig zu haben ist: Allein dieser Umstand sollte nicht ausschlaggebend für eine Kündigung des alten Engagements sein. Die angepriesenen Top-Konditionen gelten keineswegs für alle Kunden, und Sicherheitsmaßnahmen wie eine Zinsbindung von mehr als fünf Jahren sorgen für Darlehensaufschläge. Rechnen Sie also in jedem Fall gegen und finden Sie heraus, ob Sie mit einer Umschuldung wirklich Einsparungen realisieren können oder doch eher draufzahlen.
