Viele Bundesbürger sind der Ansicht, dass jetzt der geeignete Zeitpunkt für den Bau oder Kauf eines Eigenheims ist. Das zumindest ergab der comdirect Stimmungsindex Baufinanzierung Anfang des Monats. Allerdings trauen sich weniger Deutsche als noch im März zu, tatsächlich auch eine Finanzierung zu realisieren. Kein Wunder: Viele Arbeitnehmer können ihre berufliche Situation – und damit auch ihre Einkommenssituation – für die nächsten Jahre oder sogar Monate nur schwer abschätzen. Grund dafür ist nach wie vor die Finanz- und Wirtschaftskrise, die auch Auswirkungen auf die Kreditkonditionen hat. Aber auch hier gilt es Vorsicht zu waren: Auch wenn sich die Konditionen für Baufinanzierungen vielerorts deutlich verbessert haben bedeutet das nicht, dass es keine schwarzen Schafe gibt. Da klingt verlockend, was derzeit im Internet zu lesen ist: Ins Eigenheim ohne Schulden, ohne Finanzierung – per Genossenschaft. Kann das funktionieren?
Um es gleich vorweg zu nehmen: Wirklich einleuchtend klingt kein Konzept zur Baufinanzierung via Genossenschaft – dazu sparen die Verfasser zu sehr an Informationen zum Ablauf dieser Finanzierungsvariante, die keine sein will. Geworben wird damit, dass ein Eigenheim durch die Mitgliedschaft in einer Genossenschaft erworben werden kann. Man suche sich ein Eigenheim aus und die Genossenschaft realisiert die Wünsche – ohne Schufa-Auskunft und Baudarlehen. Lediglich eine Liquiditätsberechnung im Vorfeld sei notwendig. Ab einem Eigenkapitalanteil von 10 Prozent des Kaufpreises inklusive aller Nebenkosten soll es auf diese Weise möglich sein, nur über den Erwerb von Genossenschaftsanteilen zum Eigenheim zu gelangen. Generell ist nichts an der Idee, ein Eigenheim per Zusammenschluss Gleichdenker zu erwerben, auszusetzen. Fraglich ist nur, wie jedes Genossenschaftsmitglied auf diese Weise ohne Kredit zu einer eigenen Immobilie kommen soll.
