Die letzte Leitzinssenkung liegt noch nicht lange zurück, die Baugeldzinsen stehen tief wie lange nicht mehr: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, eine Immobilienfinanzierung abzuschließen. Aber Experten warnen: Achten Sie dabei genau auf die Konditionen!
Wie die Süddeutsche heute berichtet ist es derzeit bei einigen Banken offenbar schwierig, überhaupt ein Darlehen zu erhalten. Nicht aufgrund so großer Nachfrage, einer unzureichenden Bonität oder Liquidität, sondern weil der Darlehenszinssatz so häufig schwankt, dass Abschlüsse immer wieder verschoben werden müssen. Um Kunden mit einer Zinssenkung aufgrund der Leitzinssenkung zu locken ist es offenbar Praxis, bei einer Leitzinssenkung den Kreditzins stillschweigend kurzfristig um genau den Betrag der Senkung zu erhöhen, um ihn nach ein paar Tagen wieder öffentlichkeitswirksam zu senken.
Natürlich agiert der Großteil der Banken nicht nach diesem Schema, aber trotzdem sollten die Konditionen in jedem Fall genau betrachtet werden. Die Stiftung Warentest weist beispielsweise darauf hin, dass der so verlockend niedrige Zinssatz aus der Werbung der Bestzinssatz ist, den nur wenige Antragsteller mit bester Bonität und hohem Eigenkapital-Anteil erhalten. Andere sehr attraktive Zinssätze werden nur für fünf Jahre festgeschrieben: Das Darlehen läuft nach dieser Zeit aus – die danach mit Sicherheit notwendige Anschlussfinanzierung wird nach aktuellen Einschätzungen von Experten schon allein dadurch teurer, weil der Leitzins und mit ihm auch alle anderen Zinsen bis dahin wieder steigen dürften.
Die derzeit als optimale Mischung aus Einsparung und Sicherheit angepriesenen Kombidarlehen sind mit Vorsicht zu genießen: Sie bestehen aus einem fixen und einem variablen Darlehensteil, der variable Teil wird zum aktuell gültigen Zinssatz verzinst. Da die Zinsen zukünftig tendenziell eher steigen als fallen werden, ist dieses Angebot wenig empfehlenswert.

