Zeichen auf Baugeld-Verteuerung mehren sich

Die jüngste Senkung der europäischen Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank (EZB) hat Anleger verunsichert und Darlehensnehmer erfreut: Der Leitzins, der nun nur noch bei mageren 1,0 Prozent liegt, hat Darlehen verbilligt und das Sparen zumindest derzeit relativ unattraktiv gemacht. Alle Darlehen? Genau da liegt der Irrtum: Für Baugeld gelten andere Regeln als für Verbraucherkredit und Dispo.

Baugeld-Experten wissen es längst: Der Zinssatz für Immobiliendarlehen orientiert sich nicht direkt am Leitzins, der damit weder einen direkten noch einen großen Einfluss auf die Bauzinsen hat. Viel eher beeinflussen persönliche Faktoren des Darlehensnehmers und die Ziele des Kreditinstituts die Gestaltung des Zinssatzes. Wer ein Darlehen zur Immobilienfinanzierung aufnimmt, muss über eine ausreichend hohe Bonität, so viel Eigenkapital wie möglich und ein hohes, sicheres Einkommen verfügen, um sich den niedrigsten Zinssatz sichern zu können. Zur Anhebung der Darlehenszinsen kommt es dann, wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind oder aber wenn die Bank ihre Kreditzinsen generell erhöht, um ihre Renditeziele zu erreichen.

Nach Meinung des Bundesverbandes Deutscher Banken stehen die Zeichen derzeit aber auch noch aus anderen Gründen auf Zinsanstieg: Nur ein sehr kleiner Teil der Geldversorgung auf den Märkten ist abhängig vom EZB-Leitzins. In der Folge kann auch nicht erwartet werden, dass die Leitzinssenkung direkt auf den Kreditzins umgelegt und somit an die Kreditnehmer weitergegeben wird. Zudem sind in jüngster Zeit die Zinsen für Staatsanleihen und Pfandbriefe gestiegen. Das wiederum hat großen Einfluss auf die Bauzinsen, schließlich werden Immobilienkredite häufig zu einem großen Teil damit refinanziert. Steigen hier die Zinsen, ist eine Zinssteigerung beim Baugeld die logische Konsequenz.

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