Eigenkapitalersatz Eigenleistung

Wer aufgrund fehlenden Eigenkapitals auf knappe Kalkulation angewiesen ist, der kann unter Umständen die geplanten Eigenleistungen als Kapitalersatz einbringen, um ein günstiges Darlehen von der Bank zu erhalten. Für die Kreditgeber bedeuten Eigenleistungen zunächst einmal ersparte Baukosten. Dabei fließen jedoch neben den Handwerker-Kosten auch die Kosten für Material und deren Beschaffung mit in die Rechnung ein. Insofern gilt es für Hausbauer, sich im Vorfeld ein realistisches Bild von Preisen, Einsparmöglichkeiten und dem Arbeitsaufwand am eigenen Haus zu machen. Experten berichten, dass mitunter knapp 1500 Stunden an eigener Arbeit in Bauprojekte investiert werden müssen. Auch sollten einige Arbeiten eher dem Fachmann überlassen werden, um spätere unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Gerade in Bezug auf Bausubstanz und statischer Veränderungen (Balkonanbau, Decken etc.) raten Bauexperten, sich auf langjährige Erfahrung in Form von Spezialisten zu verlassen. Auch sollte man die zusätzliche Belastung zum eigentlichen Beruf nicht unterschätzen.

In jedem Fall ist es zu empfehlen, sich bereits vor dem ersten Finanzierungsgespräch ein detailliertes Bild zu machen: Welche Arbeiten können tatsächlich selbst ausgeführt werden? Wo finden sich die benötigten Materialien? Welche Kosten entstehen durch Transport und eventuell Lagerung? Welche Baumaschinen müssen angemietet werden? All diese und mehr Fragen sollten dann in eine umfangreiche Aufstellung fließen und diese dem Bankberater vorgelegt werden, um gemeinsam eine möglichst nahe an der tatsächlichen Eigenbauleistung liegende Einschätzung treffen zu können. Überschätzt der Bauherr nämlich seine Belastungsgrenzen und fehlt während der Bauzeit plötzlich Kapital und der Zeitplan ist eng, so muss zusätzliches Kapital unter Umständen schnell aus fremden Finanzierungsquellen zu möglicherweise hohen Zinsen beschafft werden.

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