Leitzinsen und Baugeld

Am 15.01.2009 hat der Rat der Europäischen Zentralbank den Leitzins – genauer gesagt den Hauptrefinanzierungssatz – auf 2,00 Prozent gesenkt. Dieser für den Kapitalfluss wichtigste Zinssatz beschreibt, zu welchen Konditionen Zentralbanken Geld an private Geldinstitute verleihen. Dies gilt in erster Linie für Kredite mit kurzer Laufzeit. Da Baugeld in der Regel eher für mittel- bis langfristige Darlehen steht ist zu erwarten, dass die Senkung von Baudarlehen wohl mit einiger Verzögerung den Markt erreichen wird.

Trotzdem ist sowohl für künftige Bauherren wie aber auch für Kreditinstitute und Bausparkassen der Leitzins als Größe im Sinne kurzfristiger Kredite nicht in erster Linie entscheidend. Vielmehr gilt es zu beobachten, wie sich der Markt für Langfristdarlehen entwickelt, da dieser vor allem auf dem Prinzip des Angebotes und der Nachfrage basiert. In Zeiten konjunkturellen Abschwungs und unsicherer Geldmarktentwicklung verleihen sich die Banken untereinander nur ungern Geld, vor allem für längere Zeiträume. Tun sie dies, so sind diese Kredite immer mit einem Zuschlag bezüglich des Risikos eventueller Nichtrückzahlung versehen.

Diesen Zuschlag müssen die Banken aufgrund der Notwendigkeit einer ständigen Erschließung von Refinanzierungsquellen in irgendeiner Form an ihre Kunden weitergeben, sei es durch höhere Darlehenszinsen oder eben niedrigere Guthabenzinsen während der Ansparphase im Bausparvertrag. Bevor die Zinsen also wieder steigen, sollten Bauherren nun die Bedingungen für 10-15 jährige Darlehen festlegen und von den momentan noch niedrigen Baugeldzinsen profitieren. Wer sich das aktuell bereits sehr günstige Zinsniveau für spätere Bauvorhaben oder eine Anschlussfinanzierung sichern möchte, sollte ein Forward-Darlehen in Betracht ziehen.

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