Solarenergie als Zwang

Eigenheimbesitzer und die, die es noch werden wollen, steuern in Zukunft vielleicht schon bald auf schwere Zeiten zu. Denn was noch vor wenigen Jahren nur für den harten Kern der umweltbewussten Bauherren eine Alternative zur mit Erdöl oder Erdgas betriebenen Heizungsanlage war, mausert sich bei manchem Politiker als ultimatives Werkzeug im Kampf um ökologisches Bauen. Die Rede ist von einer Solaranlage, die das Brauchwasser erhitzt und mit welcher sich die Heizanlage betreiben lässt. Einige Kommunalpolitiker in Hessen, speziell in Marburg, haben eine Verordnung durchgesetzt, mit der jeder Hausbesitzer zur Installation einer solchen Anlage gezwungen werden soll.

Wer jetzt denkt, dass solche kommunalpolitischen Querschläge schnell wieder vergessen sind und sicher nicht deutschlandweit Schule machen werden, sollte sich an den Gedanken gewöhnen, dass bald auch auf seinem Dach ein paar Quadratmeter Kollektorfläche untergebracht werden müssen. Denn Baden-Württemberg hat bereits ein ähnliches Gesetz verabschiedet, das ab dem Jahr 2010 alle Wohngebäude einschließt. Allerdings sorgt die Pflicht zu solarthermischen Anlagen nicht überall für Jubel.

Gerade Hausbesitzer halten von diesen Vorstößen aus der Politik wenig. Schließlich ist die Installation einer solchen Heizungsanlage mit zum Teil erheblichen Kosten von mehreren 1.000 Euro verbunden. Und diese Summe haben junge Familien oder Eigenheimbesitzer, die immer noch die bestehende Baufinanzierung tilgen, meist nicht so einfach übrig. Sollte es in den nächsten Jahren bundesweit zur Verabschiedung entsprechender Gesetze und Verordnungen kommen, dürften sich die Banken über einen wachsenden Kundenstamm im Bereich der Baufinanzierungen freuen. Allerdings werden sich bis dahin sicher auch die deutschen Gerichte mit diesem Thema auseinandersetzen dürfen.

Deine Meinung ist uns wichtig

*