Markt für Gewerbeobjekte bricht ein

Der Markt für gewerbliche Immobilien in Deutschland steht vor einem schwierigen Jahr. Im zweiten Halbjahr 2008 hat die Finanzkrise auf die Realwirtschaft übergegriffen und zu einem deutlichen Rückgang der Nachfrage nach Büroimmobilien geführt. In den neun wichtigsten deutschen Standorten wurde ein Rückgang von sieben Prozent gegenüber dem Jahr 2007 gemessen, obwohl die ersten beiden Quartale im vergangenen Jahr noch gut verlaufen waren. Am stärksten trifft es die Bankenmetropole Frankfurt am Main: Hier stehen nach Angaben von Maklern derzeit Büroflächen im Umfang von 219 Fußballfeldern frei. Besserung ist nicht in Sicht: Unternehmen aller Branchen zeigen sich derzeit zurückhaltend bei der Anmietung neuer Büros und verschieben Projekte oder sagen sie ganz ab.

Das Jahr 2009 könnte noch deutlich größeres Unheil bringen: Die Rezession ist bislang nur sehr eingeschränkt auf dem Arbeitsmarkt angekommen. Dieser aber gilt als ganz wesentliche Größe für den Markt für Gewerbeimmobilien: Wenn Unternehmen Mitarbeiter entlassen, benötigen sie auf mittlere Sicht weniger Büroflächen, sodass ein weiterer Rückgang der Nachfrage zu erwarten ist. Auch wird eine im Jahr 2009 deutlich ansteigende Zahl von Insolvenzen dazu führen, dass neue und bislang vermietete Objekte auf den Markt kommen. Die Leerstände in den deutschen Metropolen könnten sich demnach noch deutlich ausweiten.

Der gewerbliche Immobilienmarkt leidet zusätzlich unter der schwierigen Lage vieler Investoren, die hohe Abschreibungen vornehmen mussten und nun in vielen Fällen vor der Pleite stehen. Dies führt zu einer insgesamt nachlassenden Dynamik und wird sich nach Einschätzung von Branchenkennern noch weit bis ins Jahr 2010 hineinziehen.

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