Die Zinsen an den europäischen Hypothekenmärkten sind in den vergangenen Monaten deutlich gesunken: Kredite mit Laufzeiten bis zu fünf Jahren sind zu Zinssätzen unter 4,0 Prozent erhältlich. Grund für die aus Sicht von Bauherren, Käufern und Eigentümern günstigen Konditionen ist die Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB), die angesichts der Finanzkrise den Leitzins für die Eurozone deutlich zurückgenommen hat. Experten zufolge könnten die Konditionen allerdings noch günstiger werden: Viele Volkswirte erwarten aufgrund der zunehmenden Verstärkung der rezessiven Tendenzen weitere Schritte der Notenbank. Beobachter sehen das Tief der Zinsen im zweiten Quartal des nächsten Jahres erreicht und raten Verbrauchern, die auf der Suche nach einer Hypothekenfinanzierung sind, mit der Aufnahme eines Kredites noch einige Zeit zu warten.
Es ist nach Einschätzung von Finanzexperten nicht auszuschließen, dass die Zinsen im Euroraum ein ähnlich niedriges Niveau annehmen wie in den USA. Dort hatte die Zentralbank den Leitzins auf eine Spanne zwischen 0,00 und 0,25 Prozent und damit auf das niedrigste Niveau aller Zeiten gesenkt. Sollte die EZB den Amerikanern folgen, könnten Kredite mit kurzen Laufzeiten um weitere 2,5 Prozentpunkte günstiger werden. Ein baldiger Anstieg der Zinsen ist indes o gut wie ausgeschlossen: Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ist stark geprägt von der weltweiten Rezession und lässt damit eine restriktive geldpolitische Ausrichtung nicht zu.
Wer an einer Finanzierung interessiert ist, sollte das Geschehen an den Hypothekenmärkten aktiv verfolgen und sich über Änderungen des Zinsniveaus auf dem Laufenden halten. Der Aufwand kann sich lohnen: Mit etwas Glück sind in den nächsten Monaten die günstigsten Kredite seit Bestehen der Bundesrepublik erhältlich.
