Mehr Menschen kaufen ohne Hypothek

Viele Bürger wollen beim Einzug in die eigenen vier Wände offensichtlich keinen Kredit in Anspruch nehmen, sondern die Finanzierung vollständig aus eigenen Mittel bestreiten. Eine Umfrage des Immobilienportals Immowelt.de ergab, dass 12,5 Prozent der Befragten vollständig auf Fremdmittel verzichten wollen. Weitere 8,2 Prozent wollen mehr als die Hälfte der Bau- bzw. Erwerbskosten aus eigener Tasche zahlen. Ein Grund für die Ergebnisse könnte die Finanzkrise sein, die das Bedürfnis nach sicheren Kapitalanlagen, wie die eigenen vier Wände sie darstellen, gestärkt hat. Möglicherweise haben viele Gelder aus dem Aktienmarkt abgezogen und wollen es nun in Immobilien investieren.

Dass auch weiterhin Bedarf nach Immobilienfinanzierungen besteht, zeigt die Umfrage allerdings auch: 31 Prozent der Befragten wollen die Finanzierung vollständig aus Fremdmitteln vornehmen und stellen kein Eigenkapital zur Verfügung. So genannte Vollfinanzierungen sind im gegenwärtigen Marktumfeld allerdings schwierig zu bekommen: Die Banken agieren dabei aufgrund des schwierigen Umfeldes bei der Refinanzierung solcher Darlehen sehr restriktiv und stellen hohe Anforderungen an die Bonität des Kreditnehmers, so dass in der Praxis nur Beamte ohne Eigenkapital finanzieren dürfen. Auch sind Finanzierungen mit Beleihungsausläufen von mehr als 60 Prozent deutlich teurer als andere und belasten dadurch nicht nur durch eine größere Tilgungslast sondern auch durch höhere Zinskosten.

Vollfinanzierungen werden meist von Familien in Anspruch genommen, die schnell ins Eigenheim einziehen und nicht erst 5 oder 10 Jahre lang Eigenkapital ansparen möchten. Die besondere Lebenssituation rechtfertigt dabei die höheren Kosten ebenso wie die höhere Lebensqualität, die dem Nachwuchs geboten werden kann.

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