Sinken die Zinsen noch weiter?

Die Hypothekenzinsen in Deutschland und Europa sind derzeit auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren. Die jüngsten Abschläge könnten aber nach Ansicht von Experten noch lange nicht alles gewesen sein: Die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve hat am Dienstag einen beispiellosen Zinsschritt unternommen und die Leitzinsen von 1,0 auf einen Tender zwischen 0,25 und 0,00 Prozent gesenkt. Zentralbankkredite sind in den USA damit praktisch kostenfrei. Grund für die außergewöhnliche Aktion ist die Sorge vor einer massiven Rezession. Mit der Zinssenkung versucht die Notenbank, die konjunkturelle Aktivität zu stützen.

Die Zinssenkung könnte sich auch auf die Konditionen für Immobilienfinanzierungen in Deutschland auswirken und Bauherren und Eigentümer pünktlich zum Fest Zinssätze bescheren, die es seit Bestehen der Bundesrepublik noch nicht gegeben hat. Experten erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in absehbarer Zeit ebenfalls die Zinsen deutlicher als bislang senken wird. Demnach könnten sich die Konditionen der Banken schon in wenigen Wochen deutlich günstiger zeigen. Insbesondere Darlehen mit kurzen Laufzeiten von maximal zehn Jahren könnten dann die Drei-Prozent-Marke erreichen.

Wer auf der Suche nach einer Finanzierung ist, sollte deshalb unbedingt warten und dadurch möglicherweise viel Geld sparen. Die EZB wird den Beobachtern zufolge den Leitzins vermutlich erst nach dem Jahreswechsel senken. Erfahrungsgemäß dauert es dann einige Wochen, bis sich die günstigeren Konditionen in den Produktpaletten der Banken niederschlagen. Grund zur Panik ist folglich nicht geboten: Die Wahrscheinlichkeit, dass Baufinanzierungen nach den Festtagen billiger sind als heute, ist sehr groß.

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