Die eigenen vier Wände gelten unter den Bundesbürgern seit je her als die beste Form der Altersvorsorge. Umfrageergebnisse zeigen immer wieder, dass das Eigenheim unter den Deutschen Priorität genießt. „Wer mit 35 Jahren baut, tut dies in der Regel, um mit 70 sorgenfrei wohnen zu können“, sagt Christian Badde, Vorstandsvorsitzender der LBS West. Dennoch muss der Erwerb einer Immobilie keinesfalls die beste Lösung sein. Nach Angaben des Finanzplaner Deutschland Bundesverbands ist mieten derzeit billiger als kaufen. Folglich können Mieter die monatliche Ersparnis gegenüber dem bei der Immobilienfinanzierung zu leistenden Kapitaldienst sparen und anlegen, so dass im Alter ein beträchtlicher Kapitalstock zur Verfügung steht. Die Rechnung dabei ist einfach: Wer über 35 Jahre jeden Monat 350 Euro in einen Banksparplan einzahlt, der eine durchschnittliche jährliche Verzinsung in Höhe von 5,0 Prozent erzielt, kann sich am Ende über ein Vermögen von knapp 390.000 Euro (vor Steuern) freuen.
So deutlich das Exempel die Möglichkeiten einer Vorsorge ohne Eigenheim skizziert, so gegensätzlich zeigt sich die Situation in der Realität: Der Finanzplaner Bundesverband schätzt das Vermögen von Haushalten mit Immobilienbesitz bei Eintritt in den Ruhestand auf das 8-10fache eines Mieterhaushaltes. Der Grund ist nach Ansicht von Experten der Zwang zur Ausgabendisziplin bei Eigentümern: Diese müssen durch die laufenden Raten Vermögen aufbauen, während Mieter die freien Mittel zu Konsumzwecken verwenden könnten.
Immobilienfinanzierungen bergen allerdings ein zusätzliches Risiko: Können die Raten für den Kredit nicht mehr bezahlt werden, droht bei einer zwangsweisen Veräußerung des Objektes ein mitunter beträchtlicher Verlust, der die eingesetzten Eigenmittel mehr als nur aufzehren kann. Im schlimmsten Fall bleibt der einst stolze Eigentümer auf einem großen Schuldenberg sitzen.
