Deutliche Zinssenkung durch EZB

Die Europäische Zentralbank hat wie erwartet den Leitzins für die Eurozone gesenkt. Der Rückgang des Mindestbietungssatzes fiel mit 75 Basispunkten allerdings deutlich stärker aus als es die meisten Beobachter erwartet hatten. Einer Reuters-Umfrage zufolge hatten die meisten Bankvolkswirte mit einer Senkung um lediglich 0,5 Prozentpunkte gerechnet. Der Leitzins in der Eurozone beläuft sich damit nun auf nur noch 2,5 Prozent – der niedrigste Stand seit dem Sommer 2006. Die Notenbank will mit der Lockerung der Geldpolitik Impulse für die lahmende Konjunktur setzen und hat mit der neuesten Zinssenkung das durch den starken Rückgang der Inflation vergrößerte Potenzial für geldpolitische Stimuli voll ausgeschöpft.

Für Bauherren, Käufer und Eigentümer wird sich durch den Schritt der Währungshüter aller Voraussicht nach ein günstiges Umfeld ergeben: Die Zinsen für Hypothekenfinanzierungen dürften in den kommenden Wochen nachgeben. Ob der Zinsschritt in vollem Umfang auf die Konditionen der Banken durchschlagen wird, lässt sich derzeit allerdings noch nicht absehen. Erfahrungsgemäß dürften insbesondere die Zinsen für Darlehen mit einer relativ kurzen Laufzeit deutlich sinken. Wer auf der Suche nach einer Neu- oder Anschlussfinanzierung ist, kann in den nächsten Wochen so möglicherweise ein Schnäppchen finden und sehr günstige Konditionen in Anspruch nehmen.

Darlehen aus den Programmen der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau werden in den kommenden Wochen ebenfalls billiger werden. Die KfW passt die Zinsen ihrer Kredite laufend an die Entwicklungen an den Märkten an. Verbraucher sollten in der kommenden Woche beginnen, die Angebote der Banken zu sondieren und sich ein Bild darüber verschaffen, wie stark die Leitzinssenkung auf die Preise für Kredite bei den einzelnen Geldhäusern durchschlägt.

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