Sinken die Zinsen nächste Woche?

Die Zinsen im Euroraum könnten bereits in der nächsten Woche von der Europäischen Zentralbank (EZB) gesenkt werden. Die Notenbank hatte in der Vergangenheit weitere Zinsschritte angekündigt, sofern die Entwicklung der Teuerungsrate dies zulasse. Die Inflation im Euroraum ist aufgrund der gesunkenen Preise für fossile Brennstoffe deutlich zurückgegangen und eröffnet nun geldpolitischen Spielraum. Einer Reuters-Umfrage zufolge geht die Mehrheit der befragten Bankvolkswirte von einer Senkung des Leitzinses um 50 Basispunkte auf dann noch 2,75 Prozent aus. Viele Beobachter schließen allerdings auch einen größeren Schritt der Währungshüter nicht aus und halten eine Absenkung um 100 Basispunkte für möglich.

Die Konditionen für Baufinanzierungen haben sich in den letzten Tagen bereits spürbar verbessert. Der in München ansässige Finanzierungsvermittler Interhyp bietet bei seinen günstigsten Darlehen mit einem Beleihungsauslauf von nicht mehr als 60 Prozent bei 5-jährigen Laufzeiten bereits Zinssätze unter vier Prozent effektiv an. Sollte die EZB einen größeren Zinsschritt vornehmen, könnten sich Eigenheimfinanzierungen nochmals deutlich verbessern.

Wer derzeit auf der Suche nach einer Neu-oder Anschlussfinanzierung ist, sollte zunächst Ruhe bewahren und die Sitzung des EZB-Rates in der kommenden Woche und die Reaktion der Hypothekenzinsen abwarten. Es ist nicht auszuschließen, dass in wenigen Tagen auch Darlehen mit einer Laufzeit von 20 Jahren für weniger als vier Prozent Zinsen zu bekommen sind. Ein Anstieg umgekehrt gilt unter Fachleuten als nahezu ausgeschlossen, da weder die geldpolitischen noch die konjunkturellen Rahmenbedingungen für ein solches Szenario sprechen. Geduld kann sich folglich in barer Münze auszahlen.

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