Die Konditionen für Baufinanzierungen könnten sich noch vor dem Jahreswechsel deutlich verbessern: Experten halten eine weitere Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank für möglich und sehen dabei Potenzial für 100 Basispunkte. Damit würde sich die Zinslast für Immobilienfinanzierungen um mehr als 20 Prozent verringern, wodurch mehr Haushalte in der Lage wären, in die eigenen vier Wände einzuziehen. Grund für die aus Sicht von Kreditnehmern günstige Prognose ist das wirtschaftliche Umfeld: Die sich verstärkende Rezession und der massive Rückgang der Preise für Rohstoffe und fossile Brennstoffe führen zu einer deutlichen Abnahme der Inflation, wodurch sich der geldpolitische Spielraum der Notenbank ausweitet.
Angesichts der ständigen Veränderungen am Kapitalmarkt raten Experten angehenden Eigenheimbesitzern dazu, mit Bedacht vorzugehen und auf sinkende Zinsen zu warten. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kredite in 12 Monaten teurer sind als heute, ist Volkswirten zufolge beinahe Null. Sollte sich die rezessive Entwicklung fortsetzen, könnten auch in Europa bald Zinsen unter drei Prozent im Jahr Realität werden, so wie es in Japan bereits seit den 1990er Jahren der Fall ist. Weiteres Abwarten könnte sich für Bauherren und Käufer dabei zusätzlich durch sinkende Immobilienpreise lohnen. Auch könnten im Zuge weiterer Maßnahmen der Bundesregierung zur Stützung der Konjunktur möglicherweise Programme der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau günstiger werden: Das CO-2-Gebäudesanierungsprogramm wurde bereits ausgeweitet.
Wer wider den Erwartungen der Experten von bald steigenden Zinsen ausgeht, sollte nach Ansicht von Finanzberatern ein Forward-Darlehen abschließen, mit dem das gegenwärtige Zinsniveau festgeschrieben werden kann. Je nach Anbieter fallen dabei aber mehr oder minder große Zuschläge an. Die Vorlaufzeit eines Forwards kann sich auf bis zu 5 Jahre erstrecken.
