Aufkündigung alter Bausparverträge durch Kassen gewinnt an Fahrt

Es ist noch gar nicht lange her, als hier im Blog über eine neue Vorgehensweise der Bausparkassen berichtet wurde. Zunehmend mehr Bausparer beschweren sich über aufgekündigte Bausparverträge. Einige Bausparkassen machen Ernst: Sie stellen ihre Kunden vor die Wahl – entweder wird das Bauspardarlehen in Anspruch genommen oder der Vertrag beendet.

Betroffen sind vorrangig Inhaber älterer Verträge. Doch werden die Guthaben oftmals noch sehr hoch verzinst, was wiederum ungemein attraktiv erscheint – Tagesgeldanlagen würden oft deutlich niedrigere Renditen bescheren. Aber wegen der Niedrigzinsen am Markt stören sich die Bausparkassen daran. Sie kommen diese Altverträge immer teurer zu stehen, weshalb sie die Vertragsverhältnisse aufkündigen.

Eine Bausparkasse, die in den vergangenen Tagen ordentlich für Schlagzeilen sorgte, ist die Schwäbisch Hall. Als Partner der Volks- und Raiffeisenbanken kann sie auf einen besonders großen Kundenstamm blicken – sie zählt zu den größten Bausparkassen Deutschlands. Es überrascht daher nicht, dass gerade dort viele alte Verträge bestehen, die die Kasse eine Menge Geld kosten.

Aktuellen Medienberichten ist zu entnehmen, dass die Bausparkasse angeblich bis zu 50.000 Altkunden die Verträge aufgekündigt hat. Die Kasse selbst wollte die Zahl nicht bestätigen, ein Dementi gab es unseres Wissens nach jedoch auch nicht. Die betroffenen Beträge sollen aber in der Tat als sein – ihre Abschlüsse liegen demnach mindestens zehn Jahre zurück.

Betroffene Bausparkunden können leider nicht viel dagegen unternehmen. Grund dafür ist die Absicherung der Kasse. Entsprechende Klauseln in den Vertragswerken berechtigen sie dazu, ältere bzw. zuteilungsreife Verträge nach einer gewissen Zeit aufzukündigen. Die Guthaben werden dann ausgezahlt, sodass sich die Kunden auf Suche nach neuen Geldanlagen begeben müssen.

Kommentare

  1. Also generell ist ja nichts gegen diese Kündigungswelle einzuwenden – schließlich dienen die Verträge einem anderen Zweck. Es sollen ja Darlehen aufgenommen werden, es ist schließlich das Geschäft einer Bausparkasse.
    Das Problem liegt im Vertrieb, also den Sparkassen und den Volksbanken. Diese hatten die hochverzinslichen Verträge als Kapitalanlage verkauft.
    Das nun die Entrüstung bei den „Kapitalanlegern“ groß ist, ist ebenso verständlich.

    Ich möchte ein Lob an den kostenlosen Ratgeber auf dieser Seite loswerden – gute Arbeit!

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