Die Europäische Zentralbank könnte nach Ansicht verschiedener Experten bereits in der kommenden Woche die Leitzinsen um 50 Basispunkte senken. Grund für den voraussichtlichen weiteren Zinsschritt sind die anhaltenden Schwierigkeiten an den internationalen Finanzmärkten und bevorstehenden Schritte anderer Notenbanken. Die Konditionen für Baufinanzierungen könnten folglich in der näheren Zukunft deutlich günstiger ausfallen. Bauherren und Eigentümer sind gut beraten, jetzt noch abzuwarten und so möglicherweise fünfstellige Beträge zu sparen.
Zinssenkungen der EZB spiegeln sich erfahrungsgemäß einige Wochen später in den Konditionen der Banken wider, sofern sie nicht bereits vorab auf dem Markt eingepreist werden. In den zurückliegenden Monaten haben sich die Bedingungen für Hypothekenfinanzierungen deutlich verbessert: Bereits vor einigen Wochen hatte die Zentralbank die Zinsen um einen halben Prozentpunkt gesenkt.
Wer erst in einigen Monaten oder Jahren eine Finanzierung benötigt, kann durch den Abschluss eines Forward-Darlehens möglicherweise sparen, wenn die Zinsen in Zukunft wieder steigen sollten. Ein Forward-Darlehen sichert die Zinskonditionen der Gegenwart für Kredite, die in der Zukunft ausbezahlt werden. Darlehensnehmer können dabei Laufzeit, Zinsbindung und Sondertilgungen ebenso vereinbaren wie bei gewöhnlichen Darlehen auch. Einige Banken erheben für Forward-Kredite nicht einmal Aufschläge auf den Zinssatz: Die niederländische ING-DiBa beispielsweise verzichtet bei Vorlaufzeiten von bis zu 36 Monaten auf Zuschläge.
Unabhängig vom Zeitpunkt erscheinen Baufinanzierungen aufgrund der geringen Zinssätze wieder außerordentlich attraktiv. Der Weg in die eigenen vier Wände kann derzeit so günstig beschritten werden wie lange nicht mehr. Im Anschluss an das zurückliegende Zinstief hatte auch die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau die Zinssätze für Darlehen aus ihren Programmen gesenkt, wovon auch diesmal auszugehen ist.
