Darlehensvertrag über Baufinanzierung nicht zu früh abschließen

Im Allgemeinen empfiehlt es sich, bei der Baufinanzierung keine Risiken einzugehen. Angehende Eigenheimbesitzer sollten daher nicht zu viel Zeit verstreichen lassen und ihre Finanzierungen lieber früh absichern – denn erst wenn der Darlehensvertrag unterschrieben ist, gilt die Finanzierung als sichergestellt und die Zinsen als verbindlich.

Anderseits sollte der Vertragsabschluss auch nicht überstürzt werden. Je nach Situation kann es nämlich sein, dass unnötige Risiken eingegangen werden – vor allem wenn der Kaufvertrag der Immobilie noch nicht unterschrieben ist und die Zeitspanne zwischen den beiden Vertragsabschlüssen die Widerrufsfrist des Darlehens überschreitet.

Die Deutsche Anwaltshotline hat kürzlich auf solch einen Fall hingewiesen, der vor Gericht ausgetragen wurde. Im Mittelpunkt steht eine Frau, die eine für sich passende Immobilie am Markt gefunden hat. Mit dem Makler des Verkäufers einigte sie sich über sämtliche Details und vereinbarte einen Notartermin. Die Klägerin machte die feste Zusage, das Objekt erwerben zu wollen.

Allerdings kam es dann anders, denn einen Tag vor dem Notartermin gab er an, das Objekt nun doch nicht verkaufen zu wollen. Die Kaufinteressentin sah sich daraufhin dazu gezwungen, von ihrer Immobilienfinanzierung zurückzutreten. Allerdings gestaltete sich dies nicht ganz so leicht, weil die Widerrufsfrist bereits verstrichen war. Die Bank willigte dennoch ein, schließlich gab es auch kein Objekt mehr, mit welchem das Darlehen hätte besichert werden können. Allerdings wurde eine Vorfälligkeitsentschädigung gefordert, die sich auf etwa 9.000 Euro beläuft.

Als der Immobilieneigentümer diesen Betrag nicht übernehmen wollte, zog die ehemalige Kaufinteressentin vor Gericht. Allerdings konnte sie ihre Interessen dort nicht durchsetzen, das Saarbrücker Oberlandesgericht sah in der Forderung eine Verletzung der Vertragsfreiheit, weshalb der Rückzug des Verkäufers legitim ist. Er stand ihm zu diesem Zeitpunkt noch zu, sich gegen einen Verkauf zu entscheiden. Die Darlehensaufnahme erfolgte von der Klägerin auf eigenes Risiko, sodass sie die mit der Nichtabnahme des Darlehens verbundenen Kosten selbst zu tragen hat.

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