Kosten der energetischen Sanierung werden oft drastisch unterschätzt

Die niedrigen Marktzinsen halten den Immobilienmarkt weiterhin in Schwung, denn obwohl schon viele Privathaushalte ihre Chance zur günstigen Finanzierung von Eigenheimen genutzt hat, lässt der Strom an Kaufinteressenten nicht nach. Diese gibt es in großer Anzahl, die Mehrheit der Bürger zieht den Kauf einem Bauvorhaben vor.

Allerdings bringt der Kauf gegenüber dem Bau nicht nur Vorteile mit sich. Zu einem der großen Nachteile zählt der oftmals höhere Energieverbrauch. Etliche Bestandsobjekte weisen keine guten Verbrauchswerte auf, die wiederum hohe Unterhaltskosten nach sich ziehen. Etliche Käufer werden deshalb dazu gezwungen sein, in den kommenden Jahren aktiv zu werden und ihre Gebäude energetisch zu sanieren.

Die Baugeldvermittler Interhyp wollte herausfinden, wie Kaufinteressenten zu diesem Thema eingestellt sind und ließ deshalb eine Befragung durchführen. Wie deren Ergebnisse aufzeigen, hat sich das Bewusstsein am Markt verändert. Vor rund zwei Jahren war die energetische Sanierung für nur rund 60 Prozent der Interessenten ein Thema, in diesem Jahr sind es mehr als 70 Prozent. Allerdings ist es um die Bereitschaft, am Ende auch zu sanieren, je nach Kaufgrund unterschiedlich bestellt. Eigennutzer legen hierauf nämlich mehr wert als diejenigen, die eine Immobilie nach dem Erwerb vermieten möchten.

Aus der Untersuchung geht außerdem hervor, dass die Kosten einer energetischen Sanierung oft unterschätzt werden – und das sogar sehr stark. Interhyp hat ausgewertet, in welcher Größenordnung Darlehen aufgenommen werden, die Modernisierungen und Sanierungen dienen. Es kam heraus, dass sich die Darlehen im Durchschnitt auf einen Betrag von rund 90.000 Euro belaufen.

Die Mehrheit bzw. rund die Hälfte der Kaufinteressenten geht jedoch davon aus, nicht mehr als 30.000 Euro investieren zu müssen. Gerade einmal zehn Prozent der Befragten rechnen mit Kosten von mehr als 50.000 Euro. Dies ist ein erschreckendes Ergebnis, denn womöglich könnte so manch frisch gebackener Immobilienbesitzer auf kaltem Fuß erwischt werden.

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