Variabler Zinssatz nur mit Cap

Das Zinsniveau an den Hypothekenmärkten ist derzeit außerordentlich günstig: Darlehen mit einem Beleihungsauslauf von nicht mehr als sechzig Prozent sind schon für weniger als fünf Prozent Zinsen im Jahr erhältlich. Bauherren und Eigentümer profitieren dabei von der jüngsten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank, die im Zuge der Finanzkrise ihre geldpolitische Ausrichtung lockerte. Nicht wenige liebäugeln deshalb mit Um- oder Neufinanzierungen.

Wer jetzt einen Hypothekenkredit aufnimmt, sollte sich nach Ansicht von Fachleuten keinesfalls von den günstigen Konditionen blenden lassen und die lange Dauer einer Immobilienfinanzierung berücksichtigen. Sollten die Zinsen in den kommenden Jahren wieder anziehen, droht Darlehensnehmern, die auf eine Zinsbindung verzichtet haben, eine bedrohliche Kostenwelle. Variable Darlehenszinsen sollten deshalb ausschließlich in Verbindung mit einem Cap akzeptiert werden, das den Anstieg des Kreditzinses über ein für die eigenen finanziellen Verhältnisse kritisches Niveau hinaus verhindert.

Kreditnehmer können das kritische Zinsniveau eines Darlehens leicht ermitteln, indem sie den insgesamt zu entrichtenden Kapitaldienst (die Summe aus Zinsen und Tilgung) in Abhängigkeit des Sollzinses ermitteln. Dabei gilt, dass besonders in einem frühen Stadium des Tilgungszeitraums ein Anstieg des Referenzzinssatzes zu signifikanten zusätzlichen Belastungen führen kann, da der valutierende Darlehensbetrag und damit die Basis der Verzinsung groß ist. Ein Zinscap sollte daher für mindestens die Hälfte der Laufzeit vereinbart werden und sicherstellen, dass das Haushaltsbudget nicht über Gebühr strapaziert wird.

Die Kosten der Zinsversicherung stehen dabei in Abhängigkeit von den jeweiligen Zuständen am Kapitalmarkt und müssen im Einzelfall erfragt werden. Ein Verzicht auf ein Cap allerdings ist in jedem Fall riskant und nicht zu empfehlen.

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