Am kommenden Donnerstag tritt der Rat der Europäischen Zentralbank zusammen und entscheidet über mögliche Änderungen am Zinsniveau der Eurozone. Nach Einschätzung von Experten werden die Notenbanker allerdings keine Senkung des wichtigen Zinssatzes zur Versorgung der Finanzwirtschaft mit Liquidität vornehmen. Ein derartiger Schritt würde nach Ansicht der meisten Volkswirte ein falsches Signal darstellen und für zusätzliche Verunsicherung in den ohnehin nervösen Märkten sorgen. Für Bauherren und Käufer werden die Konditionen daher nicht günstiger werden, sondern auf dem gegenwärtigen Niveau verharren.
Die Zinsen für Hypothekendarlehen sind allerdings noch immer außerordentlich günstig und wurden von den Auswirkungen der internationalen Finanzkrise bislang kaum beeinträchtigt. Einzig Finanzierungen mit sehr wenig Eigenkapital sind aufgrund der gestiegenen Risikoaversion in den Kreditmärkten geringfügig teurer geworden. Vollfinanzierungen, bei denen neben einer Immobilie auch Erwerbsnebenkosten und sogar Teile der Inneneinrichtung finanziert werden, sind seltener erhältlich.
Gewöhnliche Immobilienfinanzierungen allerdings sind nach wie vor nicht an besondere Restriktionen gebunden und werden von allen Banken anstandslos ausgereicht, wenn die Finanzierungskonzeption und die Kreditwürdigkeit des Darlehensnehmers stimmen. Auch die Konditionen sind weiterhin durchaus verträglich: Kredite mit einem Beleihungsauslauf von nicht mehr als sechzig Prozent sind für weniger als fünf Prozent Zinsen im Jahr zu bekommen. In Kombination mit einem Darlehen der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau und Eigenkapital in Höhe von zehn Prozent der Investitionskosten zuzüglich der Erwerbsnebenkosten lässt sich eine Eigenheimfinanzierung folglich ohne Zinsaufschläge realisieren.
Angesichts der günstigen Bedingungen erscheint die restriktive Haltung der EZB aus Sicht angehender Eigenheimbesitzer weniger relevant – die eigenen vier Wände bleiben erschwinglich.
