Forwarddarlehen sind deutlich besser als ihr Ruf

Im vorangegangenen Beitrag ging es um Forwarddarlehen und deren Attraktivität. Aufgrund der niedrigen Marktzinsen scheint für Eigentümer, die noch eine Anschlussfinanzierung vor sich haben, ein guter Zeitpunkt gekommen zu sein, um ein Forwarddarlehen abzuschließen. Diese Art von Immobiliendarlehen gestattet es nämlich, die aktuell so attraktiven Hypothekenzinsen für die spätere Anschlussfinanzierung zu sichern.

Allerdings dürfte sich so mancher Eigentümer über diesen Ratschlag geärgert haben. Forwarddarlehen genießen derzeit nicht gerade den besten Ruf – allerdings vollkommen zu Unrecht. Denn viele Eigentümer haben in den vergangenen beiden Jahren die Chance genutzt und auf Forwarddarlehen gesetzt. Sie haben dies getan, um die niedrigen Zinsen vertraglich festzuhalten und somit eine günstige Anschlussfinanzierung sicherzustellen.

Die Enttäuschung vieler Immobilieneigentümer, die sich für Forwarddarlehen entschieden haben, rührt von der Zinsentwicklung. Mit dem Abschluss eines Forwarddarlehens wird der Zinssatz verbindlich festgelegt. So mancher Darlehensnehmer bereut daher seine Entscheidung: Weil die Hypothekenzinsen weiterhin gefallen sind, hängen sie nun in Darlehen mit höheren Zinssätzen fest.

Diese Entwicklung kann jedoch kein Grund sein, um Forwarddarlehen negativ zu bewerten. Bereits in den vergangenen Jahren lagen die Zinssätze für Immobiliendarlehen äußerst niedrig. Prinzipiell war es sinnvoll, die niedrigen Zinsen für die Anschlussfinanzierung zu sichern und das Zinsänderungsrisiko auszuschließen – man konnte nicht wissen, dass die Zinsmärkte so enorm unter Druck geraten und die Hypothekenzinsen dadurch fallen.

Deswegen sind Forwarddarlehen auch keine schlechten Finanzprodukte. Ganz im Gegenteil: Sie helfen Eigentümern dabei, sich attraktive Zinssätze für die Anschlussfinanzierung zu sichern und dadurch eine finanzielles Risiko maßgeblich zu begrenzen. Wenn die Zinsen weiterhin fallen, kann dies ärgerlich sein. Allerdings hätten die Zinsen ebenso steigen können – und dann wären viele Darlehensnehmer froh gewesen.

Deine Meinung ist uns wichtig

*