Das Geschenk zum Eigenheim
Bisweilen kann eine Krise durchaus positive Auswirkungen mit sich bringen. Diese Erfahrung dürften im Moment Investoren machen, welche dem spanischen Immobilienmarkt Kapital zufließen lassen. Aufgrund des im letzten Jahr gründlich eingebrochenen Marktes freuen sich Käufer natürlich über die gesunkenen Preise der einzelnen Immobilien. Preisveränderungen um ein Viertel sind in Spanien im Moment keine Seltenheit. Wer sich also schon immer den Traum von einem eigenen Haus oder einer Eigentumswohnung unter der Sonne des Mittelmeeres erfüllen wollte, vor den Kosten in den letzten Jahren aber immer wieder zurückschreckte, kann jetzt zuschlagen.
Zumal die Makler zu eher ungewöhnlichen Mitteln greifen, um den Leerstand trotz der angespannten Lage auf der Iberischen Halbinsel noch an den Mann zu bringen. Geldgeschenke, Autos oder zinsfreies Wohnen – mit diesen Vergünstigungen suchen die großen Immobilienfirmen Spaniens, Interessenten anzulocken und die Verluste aus dem Jahr 2007 zu kompensieren. Einige Unternehmen gehen sogar soweit und ersetzen im Fall eines Wertverlustes die Differenz zwischen dem Kaufpreis und tatsächlichen Wert der Immobilie. Welchen Schaden die Krise wirklich hinterlassen hat, war auf der Immobilienmesse in Madrid zu sehen – die Zahl der Aussteller ist um etwa ein Drittel gesunken.
Weiterhin hat das Interesse an spanischen Immobilien spürbar nachgelassen. Inzwischen tummeln sich hier viele Käufer, die Häuser oder Wohnungen suchen, um diese auch wirklich zu nutzen. Spekulanten haben sich aus dem Geschäft weitgehend zurückgezogen. Allerdings beginnen ausländische Investoren bereits jetzt schon wieder damit, billige Immobilien einzukaufen. Ob die Schnäppchenjagd der Immobilienfonds allerdings langfristig zur Beruhigung der Krise beitragen wird, bleibt abzuwarten. Die Krise des Häusermarktes wirkt sich aber bereits jetzt schon auf die spanische Wirtschaft aus.


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