In den zurückliegenden Jahren wurde von Experten stets betont, dass der Zeitpunkt für Baufinanzierungen aufgrund der günstigen Rahmenbedingungen, namentlich der historisch niedrigen Zinsen, besonders günstig sei. In jüngster Vergangenheit aber mehren sich die Stimmen, die angehende Eigenheimbesitzer ermuntern, mit dem Einzug in die eigenen vier Wände noch etwas zu warten: Die Konditionen könnten sich in den nächsten sechs bis zwölf Monaten signifikant verbessern.
Die Europäische Zentralbank wird nach Ansicht von Volkswirten bei nachlassender Inflation sehr schnell die Zinsen um 50 bis 100 Basispunkte senken. Der Rückgang des Preisauftriebs ist dabei angesichts der fallenden Notierungen an den Rohstoff- und Energiemärkten absehbar. Fällt der Zinsschritt wie erwartet hoch aus, können Darlehensnehmer im Vergleich zum gegenwärtigen Niveau einen erheblichen Teil der Gesamtkosten einsparen.
Nicht nur die Entwicklung am Kapitalmarkt veranlasst Finanzierungsexperten dazu, Bedacht anzuraten. Auch verschiedene Änderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen, die in den nächsten Monaten in Kraft treten, werden Häuslebauern das Leben leichter machen. So können Beiträge zur staatlich geförderten Riester-Rente künftig in voller Höhe zur Tilgung eines Immobilienkredits herangezogen werden – inklusive sämtlicher Zulagen. Durch die Neuregelung können insbesondere Familien mit Kindern in den Genuss eines Zuschusses zu den eigenen vier Wänden in fünfstelliger Höhe gelangen: Neben der Grundzulage in Höhe von 154 Euro gewährt der Fiskus für jedes kindergeldberechtigte Kind weitere 185 Euro. Wurde der Nachwuchs erst in diesem Jahr geboren, erhöht sich die Subvention gar auf 300 Euro pro Kind.
Ein günstiger Zins sowie attraktive Zuschüsse können die Kosten einer Baufinanzierung signifikant senken – Geduld zahlt sich in diesem Fall in barer Münze aus.
Häuslebauer sollten sich gedulden
11. August 2008 Von Schreibe einen Kommentar
