Asymmetrische Zinsbindung nicht von Vorteil

Baufinanzierungen, bei denen Darlehen mit unterschiedlichen Zinsbindungsfristen ausgegeben werden, sind nach Einschätzung von Experten, darunter Franz Mönig vom Finanzierungsspezialisten Baufi-Aktiv, nicht vorteilhaft für Darlehensnehmer. Die Praxis wird oft angewandt, wenn die Situation am Zinsmarkt sehr unsicher ist und Verbraucher sich nicht festlegen möchten. Unterschiedliche Zinsbindungen aber führen dazu, dass nach dem Auslauf der ersten Finanzierung auch ein teures Angebot der Bank zur Anschlussfinanzierung geschluckt werden muss: Der Wechsel mit der Teilfinanzierung zu einem anderen Geldhaus ist mit erheblichen Kosten durch die Übertragung der Grundschuld verbunden, die sich – insbesondere bei kleineren Teildarlehen – signifikant auf den effektiven Zins auswirken. Unterschiedliche Zinsbindungen erschweren somit den Wechsel der Bank im Verlauf der Finanzierung erheblich.

Eine Finanzierung mit unterschiedlichen Zinsfestschreibungen sollte nur dann als Lösung herangezogen werden, wenn die Deckung des ersten Darlehens zum Zeitpunkt des Auslaufs gesichert ist. Dies kann beispielsweise durch eine zum entsprechenden Zeitpunkt fällige Lebensversicherung oder einen Sparvertrag der Fall sein.

Wer von fallenden Zinssätzen überzeugt ist, kann auf die Zinsbindung auch gänzlich verzichten: Variable Darlehen passen den Zins laufend an einen Referenzzinssatz an und folgen damit der Entwicklung an den Kapitalmärkten. Besonders zu Beginn des Tilgungszeitraums ist der Verzicht auf die Zinsbindung jedoch mit einem gewissen Risiko verbunden: Sollte sich der Marktzins entgegen den Erwartungen nach oben entwickeln, steigen die Belastungen durch die Finanzierung an; je höher der Zinsanteil an der geleisteten Annuität dabei ist, desto dramatischer wirkt sich dieser Effekt aus. Ceteris paribus sind variable Darlehen, die im Gegenzug geringfügig günstiger als solche mit einer Zinsbindung sind.

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