Niedrige Tilgung kann zur Falle werden

Aufgrund der äußerst niedrigen Hypothekenzinsen befinden sich derzeit sehr viele Privathaushalte in der Lage, ihren Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Die Zinssätze für Immobiliendarlehen sind so niedrig wie seit der Nachkriegszeit nicht mehr. Dies hat zur Folge, dass die Zinsbelastung, die aus einer Finanzierung resultiert, nicht hoch bemessen ist: Auch mit einem kleineren Einkommen ist es möglich, eine Immobilienfinanzierung zu stemmen.

Für die Banken hat sich die Zielgruppe maßgeblich vergrößert, weshalb sie nun ein großes Potential sehen und ihre Immobiliendarlehen intensiv bewerben. Hierbei wird besonders stark auf die niedrige finanzielle Belastung aufmerksam gemacht: Potentielle Käufer und Bauherren sollen wissen, dass eine Baufinanzierung nicht teuer sein muss.

Allerdings darf die Situation nicht unterschätzt werden. Denn trotz der günstigen Hypothekenzinsen ist eine Baufinanzierung nicht immer zu stemmen. Da kommt es durchaus vor, dass Banken bewusst zu niedrigen Tilgungssätzen raten, um somit die Darlehensrate möglich gering halten. Häufig wird lediglich eine Mindesttilgung von lediglich einem Prozent gefordert.

Eine solch niedrige Tilgung mag verlockend klingen, weil die monatliche Belastung überschaubar bleibt. Allerdings bringt sie einen großen Nachteil mit sich: Es findet nur ein geringer Abtrag der Restschuld statt. Beim aktuellen Zinsniveau würde die Rückzahlung 40 bis 50 Jahre dauern, was für die meisten Darlehensnehmer deutlich zu lang bemessen ist. Außerdem werden oftmals 10-jährige Zinsbindungen empfohlen, was besonders riskant ist. Sollten die Zinssätze in 10 Jahren deutlich höher liegen, würde sich die Anschlussfinanzierung spürbar verteuern und so mancher Darlehensnehmer könnte die Darlehensrate plötzlich nicht mehr aufbringen. Eine gesunde Tilgung (2 Prozent oder höher) ist daher sehr empfehlenswert.

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