Eine der großen Bausparkassen hat vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass Bausparer früher ins Eigenheim einziehen. Per Studie wurde in Erfahrung gebracht, dass Bausparer im Vergleich zu Nicht-Bausparern rund drei Jahre früher ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen. Als Grund wird explizit auf das Bausparen verwiesen, besonders weil die frühzeitige Bildung von Eigenkapital den schnelleren Immobilienerwerb ermöglicht.
Allerdings gilt es derartige Zahlen mit Vorsicht zu genießen, da es sich im Endeffekt um Daten handelt, die auf historischen Daten basieren. Auch ohne Bausparvertrag ist es möglich, schnell ins Eigenheim zu ziehen – genau genommen macht es überhaupt keinen Unterschied, ob man einen Bausparvertrag besitzt oder nicht. Gleich zwei Fakten untermauern diese Aussage.
Zunächst einmal gilt es die aktuelle Zinssituation zu betrachten: Die Hypothekenzinsen sind so günstig wie seit 50 Jahren nicht mehr. Wer finanzieren möchte, kann dies tun, ohne eine hohe Zinsbelastung in Kauf nehmen zu müssen – Eigenkapital hat dadurch stark an Bedeutung verloren. Wer wartet, um noch ein paar tausend Euro an Eigenkapital anzusparen, kann sogar das Nachsehen haben: Sollten die Zinsen deutlich anziehen, wiegt das wenige Eigenkapital den Zinsnachteil nicht mehr auf. Zum anderen war es noch nie so einfach, eine Vollfinanzierung abzuschließen: Die Zeiten, in denen man mindestens 20 Prozent Eigenkapital einsetzen musste, sind längst passé. Solange man sich in der Lage befindet, die Nebenkosten zu tragen, steht dem Eigenheimerwerb nichts im Wege.
Der Abschluss von Bausparverträgen ist eher für diejenigen interessant, die jetzt noch nicht kaufen oder bauen möchten, sich jedoch die niedrigen Zinsen für später sichern wollen.

