Grunderwerbssteuer rechtswidrig?

Es ist gängige Praxis im Staate: Wer eine Immobilie erwirbt, der muss auf den Kaufpreis die so genannte Grunderwerbssteuer entrichten. Diese beläuft sich nach derzeitigem Stand auf 4,5 % im Land Berlin und 3,5 % in der übrigen Republik.

So flächendeckend der Fiskus die Abgabe erhebt, so sehr unterscheidet er auch zwischen jenen, die ein Grundstück kaufen und darauf ein Haus errichten und jenen, die ein schlüsselfertiges Eigenheim erwerben. Erstere kommen in steuerlicher Hinsicht deutlich günstiger davon: Grunderwerbssteuer fällt lediglich auf das erworbene Bauland an; nicht auf den Gesamtwert der erstellten Immobilie.

Wer in die bereits fertiggestellten eigenen vier Wände einzieht, der muss deutlich tiefer in die Tasche greifen: Die Grunderwerbssteuer fällt auf den gesamten Kaufpreis an. An einem einfachen Rechenbeispiel soll die Tragweite der Problematik dargestellt werden: Ein Haus, dessen Preis sich zu 100.000 Euro aus dem zugrundeliegenden Bauland und zu 200.000 Euro aus dem Preis des Objektes versteht, führt zu einer Grunderwerbsteuerschuld in Höhe von 10.500 Euro. Würde lediglich das Bauland besteuert, fielen gerade einmal 3.500 Euro an.

Die Praxis beschäftig in Kürze auch den Europäischen Gerichtshof, nachdem das niedersächsische Finanzgericht einen entsprechenden Fall zu bearbeiten hatte. Für Steuerzahler ergeben sich aus den unklaren rechtlichen Verhältnissen verschiedene Konsequenzen: Zunächst einmal ist die vom Finanzamt eingeforderte Steuer in voller Höhe zu entrichten. Gleichzeitig sollte unbedingt ein wirksamer Einspruch gegen den Steuerbescheid eingelegt werden. Der Widerspruch muss dazu binnen 30 Tagen nach Zustellung der Zahlungsaufforderung schriftlich an das zuständige Finanzamt gerichtet werden.
Sofern die höchstrichterliche Instanz den Klägern Recht gibt, winkt eine attraktive Rückzahlung.

Kommentare

  1. Grunderwerbsteuer evtl. rechtswidrig: Ist dies auch für den Kauf einer gebrauchten Immobilie der Fall?

    Bitte dringend um Info.
    Danke.

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