Viele Mieter wollen ins Eigenheim

Als vor ca. eineinhalb Jahren die Finanzkrise auch in Deutschland angekommen und jedem dieser Begriff vertraut war, erfuhr der Immobilienmarkt einen drastischen Einbruch. Große Maklerunternehmen verkauften plötzlich keine Objekte mehr und viele Privatpersonen sprachen sich bei Befragungen bewusst gegen den Eigenheimkauf aus: Etliche Leute sahen ihren Job gefährdet – da wollte kaum jemand das Risiko eines Immobilienkaufs und der damit einhergehenden Finanzierung auf sich nehmen.

Doch nun hat sich die Situation grundlegend geändert: Die Wirtschaftskrise gilt zwar noch lange nicht als ausgestanden, das Vertrauen in den eigenen Job hat sich jedoch gefestigt und die Zinsen sind drastisch gesunken. Daher gibt es mittlerweile wieder äußerst viele Privathaushalte, die sich einen Immobilienerwerb gut vorstellen können. Wie die „Financial Times Deutschland“ berichtet, gibt es in Deutschland 1,5 Mio. Mieter, die innerhalb der nächsten Jahre Wohneigentum erwerben möchten. Diese Zahl basiert auf einer Studie, die kürzlich vom Allensbach Institut durchgeführt wurde. Auch der Immobiliendienstleister „Planet Home“ (Makler für Immobilien und Finanzierungen) kommt im Rahmen einer eigenen Untersuchung zu einem ähnlichen Ergebnis.

Das gestiegene Interesse am Erwerb von Wohneigentum ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Besonders Ängste vor Inflation und weiteren Staatskrisen lassen die Menschen über den Kauf von Immobilien nachdenken: Viele halten ihr Geld dort für zukunftssicher angelegt. Zugleich bieten die Zinsmärkte erstklassige Konditionen. Die Hypothekenzinsen haben ein neues historisches Tief erreicht: Seit 50 Jahren konnte man nicht mehr so günstig finanzieren. Besonders die Griechenlandkrise hat zu dieser Zinsentwicklung beigetragen – innerhalb der vergangenen drei Monate sind die Zinssätze für 10-jährige Finanzierungen um 0,5 Prozent gesunken.

Bild: © Eisenhans, Fotolia

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