Die Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie galt lange als interessanter Markt der Zukunft und wurde dementsprechend umfangreich gefördert. Doch die Förderung der sauberen Energie ist in die Kritik geraten: In dieser Woche beschloss das Kabinett, die bisherigen Fördermittel zu kürzen oder zum Teil ganz einzustellen. Konkret ist derzeit geplant, die Förderung für neue Solaranlagen auf Dächern ab dem 01. Juli 2010 um weitere 16 Prozent zu kürzen. Bereits Anfang des Jahres mussten die Betroffenen Kürzungen um 9 Prozent hinnehmen. Für Solarparks auf Freiflächen sinkt die Förderung um 15 Prozent, für Freiflächen auf Ackerland soll es zukünftig gar keine Förderung mehr geben. Dafür erhöht sich der Bonus für nicht selbst verbrauchten und ins Netz eingespeisten Strom aus Anlagen bis 800 kWh von drei auf acht Cent pro kWh.
Relevant ist dieser Beschluss insbesondere für Bauherren, die die Nutzung alternativer Energien fest eingeplant und ihre Finanzierung darauf abgestimmt haben. Wer von der derzeitigen Förderung noch profitieren will, sollte seine Photovoltaik-Anlage bis Ende Juni installieren lassen. Interessant ist jedoch auch die dauerhaft höhere Einspeisevergütung ab Juli. Grund zur Eile bei der Entscheidung für den richtigen Zeitpunkt zu Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage besteht nicht: Die Ankündigung der Kürzung hat bundesweit Proteste hervorgerufen. Grundtenor der Kritik ist, dass die Kürzungspläne der Bundesrepublik insbesondere viele Arbeitsplätze in der Solarbranche kosten – und dass damit der am günstigsten produzierte Solarstrom (nämlich der von Solaranlagen auf Ackerflächen) aus dem Netz genommen wird. Verschiedene Mitglieder der Regierungsparteien nennen die Pläne des Kabinetts zur Tarifanhebung, von denen private Bauherren am meisten profitieren würden, schlichtweg “unausgegoren”. In der Folge setzen sich Union und FDP nun für einen Stopp der Pläne ein: Ihre Änderungsvorschläge wollen die Mitglieder der Regierungskoalition noch im März im Bundestag einbringen.
