Restschuldversicherung: Vergleichen nicht vergessen!

Bei Restschuldversicherungen können enorme Unterschiede im Hinblick auf die Kosten entstehen. Das zumindest ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der Stiftung Warentest (siehe Finanztest 3/2010). Im Test befanden sich 46 Tarife von 17 Versicherern. Das erschreckende Ergebnis: Mit 2.450 Euro kostet die teuerste Offerte mehr als dreimal so viel wie die günstigste, die mit gerade einmal 772 Euro zu Buche schlägt. Es lohnt sich also in jedem Fall, genau nachzurechnen und die Möglichkeiten udn Angebote der Restschuldversicherung zu vergleichen. Längst nicht immer ist es nämlich notwendig, eine separate Versicherung dafür abzuschließen.

Grundsätzlich ist es durchaus sinnvoll, sich gegen das Risiko einer Restschuld zu versichern. Schnell ist es passiert, dass der Hauptverdiener einer Familie im Laufe der Darlehensrückzahlung erkrankt, erwerbsunfähig wird oder gar verstirbt. Schließlich dauert es in der Regel etwa 15 bis 20 Jahre, bis ein Immobiliendarlehen vollständig getilgt ist. Allerdings gilt es genau nachzurechnen, welche Art der Vorsorge im Einzelfall die sinnvollste ist. Wer beispielsweise bereits über eine Lebensversicherung verfügt, braucht in vielen Fällen gar keine Restschuldversicherung mehr. Selbst eine Risiko-Lebensversicherung, bei der kein Kapital angespart wird, reicht bei entsprechender Deckungssumme vollkommen aus, um das Todesfallrisiko abzusichern. Verfügt der Darlehensnehmer dann auch noch über eine private Unfall – und/oder Berufsunfähigkeitsversicherung, sind alle wichtigen Risiken ausreichend abgedeckt. Das Risiko einer Arbeitslosigkeit besteht zwar dann immer noch, wird aber auch bei Restschuldversicherungen nicht allzu gut und insbesondere nicht allzu lange abgedeckt.

Einige Geldinstitute knüpfen die Darlehensvergabe an den Abschluss einer Restschuldversicherung bei einer bestimmten Assekuranz. Auf ein derartiges Angebot sollte man sich jedoch nach Möglichkeit nicht einlassen: Wenn eine Restschuldversicherung schon als notwendig zur Darlehensvergabe erachtet wird sollte der Darlehensnehmer wenigstens das Wahlrecht haben, um die finanzielle Mehrbelastung so gering wie möglich halten zu können.

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