Eine Gemeinde geht ungewöhnliche Wege, ihre Ladenhüter-Grundstücke zu vermarkten. Und verspricht Bauherren in spe ein „Eigenheim zum Spottpreis“. Da stellt sich schnell die Frage: Wie soll das gehen?
Die Gemeine Ellerau hat ein Problem: Seit Jahren bleibt sie auf Baugrundstücken hinter dem Hochhaus sitzen. Nun entschied sie sich zu einem ungewöhnlichen Schritt: Mithilfe des Quickborner Unternehmens BAW Bau Konzept sollen dort nun Eigenheime entstehen. Zwei Reihen zu je sieben Häusern. Bei den Häusern mit einer Grundfläche von 127 Quadratmetern handelt es sich um Energiesparhäuser mit fünf bis sechs Zimmern, die von der Dekra überprüft und abgenommen werden. Gedacht sind sie insbesondere für junge Menschen, die noch nicht über ausreichend Eigenkapital verfügen.
Die Idee dahinter ist ganz einfach: Statt dass junge Menschen zuerst Eigenkapital ansparen und ein Darlehen zu möglicherweise auch noch ungünstigen Konditionen aufnehmen müssen, übernimmt zunächst einmal die Gemeinde den Bau der Häuser. Die zukünftigen Eigentümer zahlen für ihr Haus mit Grundstück 172.500 bzw. 192.580 Euro an die Gemeinde. Zu leisten sind die Zahlungen in monatlichen Raten von 587,01 bzw. 676,36 Euro. Dafür müssen die Käufer Restarbeiten wie Malern, Fliesen oder Teppiche verlegen selbst übernehmen. Das Konzept verspricht, dass die monatlichen Belastungen nicht höher ausfallen als eine übliche Miete.
Ob dieses Konzept wirklich so günstig ist, kann nur ein Vergleich von preisen und Leistungen zeigen. Für Immobilie und Grundstück sollen 172.500 bzw. 192.580 Euro anfallen, was tatsächlich günstig klingt. Allerdings gilt es zu bedenken, dass die Immobilie noch ausgebaut werden muss und die Grundstücke bisher Ladenhüter waren. Nachrechnen und ein Besuch vor Ort sind also angesagt!
