Baufinanzierung mit Bedacht angehen

Wer in den letzten Tagen und Wochen aufmerksam die Berichterstattung rund um das Thema Baufinanzierung in den unterschiedlichen Medien verfolgt hat, dem sind sicherlich auch Überschriften wie „Jetzt schnell handeln!“ oder „Achtung, Zinswende!“ aufgefallen. Aufmacher dieser Art lassen vermuten, dass die derzeit noch günstigen Baugeld-Konditionen nicht mehr lange verfügbar sein werden und man besser jetzt als morgen eine Finanzierungsvereinbarung unterzeichnen sollte. Aber stimmt das wirklich?

Tatsächlich ist es so, dass die ersten Banken beginnen, ihre Bauzinsen langsam und in kleinen Schritten zu erhöhen. Die Wirtschaft im EU-Raum im Allgemeinen und in Deutschland im Besonderen erholt sich langsam, für nächstes Jahr sind Leitzins-Erhöhungen der EZB praktisch sicher. Ein Grund, jetzt in Panik zu verfallen und unter allen Umständen Konditionen zu sichern? Keinesfalls, sogar ganz im Gegenteil. Derzeit sorgt die EZB aufgrund ihrer aktuellen Zinspolitik für billiges Baugeld: Seit dem Sommer kauft sie Pfandbriefe in großen Mengen auf und erleichtert Hypothekenbanken auf diese Weise die Refinanzierung. Zweck dieser Aktion ist es, insbesondere in den Ländern Frankreich, Irland und Spanien die Zinssätze bei der Immobilienfinanzierung zu drücken.

Natürlich spricht nichts dagegen, den Markt über einige Wochen zu beobachten und bei einem geringfügigen Absacken der Baugeld-Zinsen zuzuschlagen. Überstürzte Eile ist jedoch nicht angeraten: Zum einen steigen die Zinsen weder auf breiter Front noch sprunghaft. Zum anderen kann eine ad-hoc-Entscheidung deutlich mehr an Kosten verursachen: Wer nicht sorgfältig Angebote und Konditionen miteinander vergleicht, entscheidet sich möglicher Weise für eine eher ungünstige Finanzierungsform oder für den falschen Anbieter – und zahlt dafür die nächsten Jahre und Jahrzehnte deutlich mehr als nötig.

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