Viele ältere Menschen schaffen es, bis zum Renteneintritt oder kurz danach ihre Baudarlehen abzubezahlen und können sich auf ein Wohnen in einer unbelasteten Immobilie freuen. Wenn da nicht die laufenden Ausgaben wären: Immobilien müssen zum einen unterhalten, zum anderen aber auch hin und wieder renoviert werden. Mit einer kleinen Rente werden diese Selbstverständlichkeiten leicht zum Problem – die Immobilie kann mit der Zeit nicht mehr in einem guten baulichen Zustand gehalten werden, wenn zur staatlichen Rente nicht wenigstens noch eine Zusatzrente kommt.
Eine Lösung bietet hier die Umkehrhypothek: Das in Deutschland neue Konzept ermöglicht es, die Immobilie zu Geld zu machen und sie trotzdem bewohnen zu können. Bei einer Umkehrhypothek erhält der Eigentümer einen Kredit auf seine (unbelastete) Immobilie. Je älter der Eigentümer ist und je wertvoller die Immobilie eingeschätzt wird, desto höher das Darlehen. Die Auszahlung erfolgt auf Wunsch entweder in einem Betrag, als lebenslange Rente oder in einer Mischform. Einziger Haken: Verstirbt der Eigentümer, verkauft oder verlässt er die Immobilie dauerhaft, wird das Darlehen fällig. Entweder tilgen die Erben die Schulden und können die Immobilie behalten oder sie fällt der Bank zu.
Einem Test der Stiftung Warentest zufolge gibt es mittlerweile einige wenige Anbieter von Umkehrhypotheken in Deutschland: Die Immorentenplus der Deutschen Kreditbank (DKB) und die Förder-Immorente der Investitionsbank Schleswig Holstein, die ab 2010 angeboten werden soll. Bedingung bei beiden Varianten: Der Eigentümer muss mindestens 60 bzw. 65 Jahre alt sein und seine Immobilie instand halten.
Eine Alternative ist übrigens die wenig bekannte Zustifterrente der Stiftung Liebenau, über die wir Sie morgen ausführlicher informieren.
