Die wenigsten Bauherren wissen es, aber auch sie verfügen über eine Interessenvertretung – den Verband Privater Bauherren (VPB). Genau genommen ist er Ansprechpartner für Bauherren und Institutionen, Verbände und Politik. Der VPB ist eine große Hilfe für Bauherren, die Unterstützung bei Erwerb, Erhalt oder Modernisierung von Immobilien benötigen. Der Verband verfügt über ein Expertennetzwerk u.a. aus Architekten, Bau-Sachverständigen, Energieberatern, Schadstoff-Experten und Baurechts-Anwälten. Diese Experten beraten, kontrollieren und bewerten für Bauherren Angebote und Situationen vor Ort, unabhängig von Produkten oder Unternehmen.
Dieser Verband nun überreichte in Kooperation mit der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ allen neu gewählten Bundestagsabgeordneten ein 10-Punkte-Programm zur Förderung des Wohnungsbaus. Darin enthalten: Die Forderung nach einer pragmatischen Bauförderung, finanzierbaren Vorgaben, besserer Baubegleitung und der Aussetzung der EnEV 2012.
Grundlage aller Aktionen ist die Einschätzung des VPB, dass Deutschland vor einer neuen Wohnungsnot stehe. Derzeit werden in Deutschland pro Jahr etwa 156.000 Wohnungen gebaut, Tendenz fallend. Der Bedarf jedoch liegt bei 225.000 Wohnungen, Tendenz steigend. Der Wegfall älterer Wohnungen, die nicht mehr saniert, sondern gleich weggerissen werden, verschärft die Lage dem VPB zufolge noch. Eine Ursache für diese Entwicklung sieht der Verband in den immer höheren energetischen Anforderungen an Sanierungen. Zwar würden Sanierungswillige mit zinsgünstigen Darlehen unterstützt, die Auflagen und Programme jedoch seien zu komplex – Sanierungswillige verstehen sie schlechtweg einfach nicht. Wer falsch saniert, muss mit Bußgeldern rechnen.
Ein weiterer Kritikpunkt des Verbandes ist die Energieeinsparverordnung (EnEV): Die einzelnen Stufen folgen dem VPB zufolge viel zu schnell aufeinander, man können gar nicht die Auswirkung einer Stufe absehen, da schon in wenigen Jahren die nächste mit noch strengeren Bedingungen greife.
