Muskelhypothek nicht überschätzen

Die Bauzinsen sind nach wie vor günstig, die Immobilienpreise häufig auch – viele zukünftige Bauherren nutzen die aktuellen Konditionen, um sich den lange gehegten Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Den meisten von ihnen ist dabei natürlich klar, dass sie mit dieser Entscheidung mindestens in den nächsten 10 Jahren jeden Cent umdrehen müssen. Was bei der Baufinanzierung generell gilt, gilt jetzt, in Zeiten der anhaltenden Wirtschaftskrise, umso mehr. Kein Wunder also, dass viele Bauherren in spe mit dem Gedanken spielen, eine möglichst hohe Eigenleistung einzubringen, um Handwerker- und Kreditkosten zu sparen.

Wer auf dem Bau mit anpackt und kleinere Arbeiten oder den Innenausbau selbst erledigt, kann tatsächlich einiges sparen. Nicht nur, dass damit Kosten für Handwerker entfallen, Eigenleistungen werden auch als sogenannte Muskelhypothek von der Bank angerechnet. Das bedeutet nichts anderes als dass die Arbeit, die selbst erbracht werden soll, wie Eigenkapital gewertet wird – und das wiederum kann die Kreditkosten senken.

Bauherren sind allerdings gut damit beraten, ihre geplanten Eigenleistungen nicht zu hoch anzusetzen: Die guten Vorsätze mögen zwar vorhanden sein, entpuppen sich aber leider allzu oft als Wunschdenken der Betroffenen. Einplanen sollte jeder, der selbst mit anpacken möchte, dass er dafür zum einen Zeit und zum anderen Geld benötigt. Zeit, um die Arbeiten durchzuführen und Geld, um Baumaterialien zu bezahlen, auf die eventuell verzichtet wurde.

Problematisch wird es immer dann, wenn der Bauherr selbst schlecht gearbeitet hat und sein Pfusch Auswirkungen auf die Arbeit der Handwerker hat. Verzögerungen und Streitereien sind dann häufig an der Tagesordnung. Wer also nicht zufällig selbst Handwerker oder ein erfahrener Hobby-Handwerker ist und über viel Zeit verfügt, sollte wichtige Arbeiten doch lieber den Experten überlassen.

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