Baumaterial vor Verwendung genau überprüfen

baustoffViele Häuslebauer sind nicht in der Lage, ihr Traumhaus vollständig aus eigener Tasche zu finanzieren. So wundert es kaum, dass ein Großteil von ihnen Immobiliendarlehen in Anspruch nimmt, die sie dann über zehn bis zwanzig Jahre an ihre Bank zurückzahlen. Um die Darlehenskosten zu senken, entscheiden sich viele – insbesondere handwerklich begabte – Bauherren zum Einsatz der sogenannten Muskelhypothek. Das bedeutet nichts Anderes als dass der Bauherr einen Teil der Leistungen am Bau oder beim Innenausbau selbst übernimmt. Die Muskelhypothek wird bei der Darlehensvergabe wie Eigenkapital bewertet und kann die Zinskosten senken helfen. Wer auf dem Bau selbst mit anpackt, sollte sich das verwendete Material allerdings ganz genau ansehen und auf Mängel prüfen. Im schlimmsten Fall bleiben Bauherren sonst auf ihren Kosten sitzen. Wie Focus online berichtet, weisen derzeit Verbraucherschützer darauf hin.

Werden Materialfehler am Baumaterial erst nach dem Einbau entdeckt, stehen die Chancen für einen Umtausch des Materials schlecht. Schließlich muss das Material ausgebaut bzw. entfernt werden und ist nun definitiv nicht mehr zu gebrauchen, was einen Umtausch ausschließt. Auf diese Sachlage weist die Verbraucherzentrale Sachsen mit Blick auf mehrere Entscheidungen des Bundesgerichtshofes (BGH) hin.

Allerdings ist in dieser Sache noch nicht das letzte Wort gesprochen: Da Verbraucher mit dieser Praxis stark benachteiligt werden, hat der BGH europarechtliche Zweifel. Fragen, in denen es Klärungsbedarf gibt, liegen dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vor. Verbraucherschützer raten dazu, bisher geltend gemacht Ansprüche solange ruhen zu lassen, bis der EuGH eine rechtskräftige Entscheidung trifft.

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