Aufatmen für Quelle Bausparer

Wie es sich anfühlt, wenn eine Bausparkasse in derart große finanzielle Nöte kommt, dass sie vor dem Zusammenbruch steht, erfuhren in jüngerer Vergangenheit die Kunden der Quelle Bausparkasse. Diese Erfahrung ist umso bitterer, weil Bausparen als eine sehr sichere Möglichkeit gilt, Eigenkapital anzusparen und den Anspruch auf ein Baudarlehen zu erwerben.

Im Fall der Quelle Bausparkasse war der Auslöser der Probleme die Insolvenz des Arcandor-Konzerns. Rechtlich hat die Bausparkasse mit dem Versandhaus nichts zu tun, sie gehört allerdings zu 41 Prozent der Quelle-Erbin Madelaine Schickedanz. Weitere zwei Familienmitglieder halten 50 Prozent der Bausparkasse. Genau da lag nun das Problem: Allein die gedankliche Zuordnung der Bausparkasse zu Quelle und dem insolventen Arcandor-Konzern reichten, um Banken soweit zu verunsichern, dass sie der Bausparkasse kein Kredite zur Refinanzierung mehr gewährten. Zudem blieben immer mehr Neukunden aus, was insgesamt dazu führte, dass das Gleichgewicht aus Einzahlern und Darlehensnehmern gestört wurde.

Das angeschlagene Institut soll nun von einer Auffanggesellschaft, die von den anderen 14 privaten Bausparkassen gebildet wird, übernommen werden. Einschließlich aller Verträge der Quelle-Bausparer, die natürlich auch weiterhin ihre Gültigkeit behalten werden.

Im Falle einer Pleite wären die eingezahlten Beiträge gut geschützt gewesen: Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken hätte Sparguthaben bis zu einer Höhe von 50.000 Euro geschützt. Alle darüber hinaus gehenden Beträge wären in unbegrenzter Höhe durch den Bausparkassen-Einlagensicherungsfonds geschützt gewesen. Allerdings wäre bei einer Pleite der Darlehensanspruch verfallen. Zudem hätten sich viele Anleger geärgert, weil sie zwar ihre Guthaben samt Zinsen zurückerstattet bekommen hätten, das Geld über die Zeit aber deutlich gewinnbringender hätten anlegen können.

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