In der derzeitigen Situation liest man immer wieder die Empfehlung, Cap-Darlehen statt einer Finanzierung mit einer Zinsfestschreibung zu wählen, wenn es um die Immobilienfinanzierung geht. Wie erklärt sich dieser Tipp aber, wo liegen die Chancen dabei – und wo die Risiken?
Cap-Darlehen sind variabel verzinste Darlehen, deren Zinssatz sich am Euribor, einem der wichtigsten Zinssätze auf dem Geldmarkt, orientiert. Der Euribor liegt je nach Betrachtungszeitraum derzeit bei etwa 0,85 bis 1,1 Prozent. Vergleicht man diesen sehr niedrigen Satz mit dem Zinssatz von klassischen Baudarlehen mit Zinsfestschreibung, der derzeit etwas über 4 Prozent liegt, wird klar, was die Attraktivität eines variablen Darlehens zum jetzigen Zeitpunkt ausmacht. Auch mit diversen Aufschlägen sind variable Darlehen günstiger als festverzinsliche.
Die Zinsen variabler Darlehen werden in zuvor festgelegten Intervallen an den Euribor angeglichen. Steigt der Zins deutlich höher, hilft ein Cap, die Finanzierungskosten im Rahmen zu halten. Ein Cap erfüllt die Aufgabe eines Kostenairbags: Er deckelt die Zinshöhe ab einer bestimmten Höhe. Für ein Cap-Darlehen spricht auch, dass es sehr flexibel getilgt werden kann.
Allerdings muss auch auf die Risiken verwiesen werden, die ein variables Darlehen mit sich bringt. Das wohl größte ist das Zinsänderungsrisiko: Schneller als gedacht kann der Zins nach oben schnellen, wenn der Euribor in die Höhe geht. Zwar bewahrt das Cap davor, dass die Zinsen ins Unermessliche steigen – allerdings ist ein Cap mit Zusatzkosten in Form von Zinsaufschlägen verbunden.
In der aktuellen Situation bietet es sich lediglich für relativ wohlhabende Bauherren an, ein variabel verzinstes Baudarlehen zu nutzen, das schnell und flexibel getilgt werden kann. Alle anderen Interessenten sollten lieber die derzeitig niedrigen Zinsen auf lange Zeit sichern und so dauerhaft davon profitieren.
