Anfang des Monats haben wir darüber berichtet, dass es insbesondere für Selbständige und Freiberufler meist alles andere als leicht ist, eine Baufinanzierung überhaupt zu erhalten – ganz zu schweigen davon, dass sie auch noch mit guten Konditionen ausgestattet ist. Gerade in puncto Baufinanzierung sehen es die Banken lieber, wenn ihre Kunden zum einen viel Eigenkapital mitbringen und zum anderen über ein ausreichend hohes und sicheres Einkommen verfügen.
Während für Gewerbetreibende nach wie vor vergleichsweise strenge Regeln gelten, sind die Anforderungen für Freiberufler zuletzt etwas gelockert worden. Das zumindest berichtet der Bielefelder Baugeldvermittler Enderlein. Immer mehr Personen, die einen freien Beruf ausüben, profitieren demnach offenbar verstärkt von günstigen Konditionen bei der privaten Immobilienfinanzierung. Grund dafür ist, dass die Geldinstitute beginnen, unter den Selbständigen zu differenzieren: Während Gewerbetreibende aus den Bereichen Tourismus, Produktion und Gastronomie nach wie vor mit Hürden rechnen müssen, wenn sie ihr Finanzierungsvorhaben in die Tat umsetzen wollen, haben es beispielsweise Anwälte, Apotheker, Architekten, Notare oder Steuerberater deutlich leichter, eine günstige Finanzierung zu erhalten.
Diese Berufe gelten unter den Geldinstituten als vergleichsweise sicher und einkommensstark, sodass sie hier ein verringertes Verlustrisiko sehen, das sie dementsprechend mit günstigen Konditionen honorieren. Einige Banken führen gar sogenannte Positivlisten: Hier finden man freie Berufe verzeichnet, denen die Banker besonderes Vertrauen schenken. Stimmen dann auch noch Lage und Werthaltigkeit der Immobilie, stehen die Chancen auf eine zinsgünstige Finanzierung gut. Übrigens: Obwohl die Vergabekriterien bei Baudarlehen generell strenger geworden sind, leiden Freiberufler am wenigsten darunter – weil die Kriterien schon immer sehr streng waren.
