Baugrund: Das sollten Sie beachten

Obwohl er im wahrsten Sinne des Wortes die Basis für ein Eigenheim bildet, wird dem Baugrund kaum Beachtung geschenkt. Vielmehr beschäftigen sich Bauherren in spe mit der Auswahl eines Bauunternehmers oder eines Fertighauses. Wie das Unglück von Nachterstedt nun aber gezeigt hat ist der Baugrund von enormer Wichtigkeit: Befindet sich das Grundstück in einer ehemaligen Untertagebauregion ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich unter dem Grundstück ehemaligen Stollen und Gänge befinden. Über kurz oder lang kann es dabei zu Bergbauschäden kommen: Der Boden mit allem was darauf steht bricht dann einfach ein, weil er nicht mehr tragfähig genug ist. Auch ein anderes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit zeigt, wie wichtig die Beschaffenheit des Baugrunds für ein Bauprojekt ist: Weil der Boden sandiger war als angenommen und bei Bauarbeiten für die U-Bahn einfach nachrutschte, kam es im Frühjahr dieses Jahres in Köln zum Einsturz des Stadtarchivs und zur Beschädigung vieler umstehender Gebäude.

Natürlich stellt sich angesichts dieser Ereignisse schnell die Frage, wie man solche Unglücke vermeiden kann. Bau-Interessenten sollten sich zunächst erkundigen, ob und wenn ja in welchem Ausmaß in der Region, in der sie bauen wollen, Untertagebau betrieben wurden. Fand Tagebau in großem Stil statt, lässt das zwar die Preise für Baugrundstücke purzeln, stellt aber auch ein Sicherheitsrisiko dar.

Wer auf Nummer sicher gehen will, fordert vor dem Grundstückskauf eine Baugrunduntersuchung. Sie gibt Auskunft über die Bodenbeschaffenheit und ist Grundlage für die Entscheidung, welches Fundament für ein Gebäude geeignet ist. Baugrund, der Grund zur Sorge gibt, lässt sich übrigens je nach Beschaffenheit durchaus verbessern: Nicht tragfähiger und kontaminierter Boden kann ausgetauscht werden, mit Bindemitteln wie Kalk und den Einsatz schwerer Eisenplatten kann Boden auch verfestigt werden. Wenn bodennahe Schichten nicht tragfähig genug für ein Fundament sind, empfiehlt sich u.a. auch eine Pfahlgründung: Das Gebäude steht dann praktisch nicht nur auf dem Boden, sondern auch auf Pfählen.

Deine Meinung ist uns wichtig

*