Baudarlehen werden teurer

Nach wie vor befindet sich der Europäische Leitzinssatz auf einem historisch niedrigen Tief, was eigentlich bedeutet, dass auch die Marktzinsen niedrig sind. Eine Erhöhung des Leitzinssatzes ist laut den letzten Prognosen von Experten erst in der zweiten Hälfte 2010 wahrscheinlich. Wie kommt es also, dass die Zinsen bei Baudarlehen derzeit etwas anziehen?

Nicht nur die Baudarlehen einiger Banken verteuern sich gerade, auch die Zinsen bei der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind erhöht worden. Wie kürzlich bekannt wurde hat die KfW nicht nur Darlehen für Unternehmen, sondern auch für energieeffizientes Bauen verteuert. Stiegen die Zinsen für Unternehmen um 0,2 Prozent, ist bei den Darlehen für Energiesparhäuser ein Anstieg von bis zu 0,4 Prozent zu verzeichnen. Als Grund für den doch deutlichen Zinsanstieg nennt die KfW gestiegene Kosten für die Refinanzierung der Darlehen am Kapitalmarkt.

Die Zinsen für langfristige Darlehen wie beispielsweise Bau- oder Sanierungsdarlehen sind nur indirekt abhängig vom EZB-Leitzins. Viel wichtiger für ihre Höhe sind die Refinanzierungskosten, die die Banken zu tragen haben und an ihre Kreditkunden weitergeben. Und hier liegt das Problem: Zwar hat die Notenbank erst kürzlich den Markt mit Kapital geflutet, die Banken gehen derzeit aber auf Nummer sicher und parken es lieber auf Einlagekonten statt es zu günstigen Konditionen zu verleihen. Der Effekt: Obwohl genug Kapital vorhanden ist, wird es nicht verliehen, was eine künstliche Knappheit und somit höhere Zinsen im Interbankenmarkt hervorruft.

Trotz der gestiegenen Zinsen lohnt sich ein Baudarlehen der KfW dennoch: Das KfW-Baugeld ist staatlich subventioniert und daher trotz Zinserhöhung immer noch sehr günstig. Zudem sind die Darlehen meist mit Tilgungsfreistellungen in den ersten Jahren und einem nachrangigen Eintrag ins Grundbuch verbunden.

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