Immer wieder stieß man in den letzten Tagen auf das Thema variable Darlehen – selbst „Welt online“ griff das Thema in einem ihrer Artikel am Sonntag auf. Diskutiert wird dabei immer wieder, dass es derzeit offenbar Darlehen zu extrem günstigen Konditionen gibt: Lediglich etwa zwei Prozent Zinsen werden dafür berechnet. Aber ist das Angebot wirklich so gut wie es klingt?
Eine Baufinanzierung für wenig mehr als 2 Prozent effektiv – das klingt zu schön um wahr zu sein. Möglich wird dies durch variable Darlehen: Der Zinssatz dieser Darlehen orientiert sich am Drei-Monats-Euribor, wird also alle drei Monate an den aktuellen Marktzins angepasst. Und da dieser derzeit bei lediglich 1,3 Prozent liegt, sind sehr günstige Finanzierungen möglich. Interessant ist das Angebot insbesondere deshalb, weil das Baugeld in den vergangenen Wochen wieder etwas teurer geworden ist. Schuld daran ist nicht etwa der Leitzins: Vielmehr ist es für Banken einfach schwieriger, sich günstig Geld zu leihen.
So vorteilhaft dieses Geschäft zunächst klingt, einen großen Haken gibt es aber dabei: Wie diverse Medien heute verkünden geht es mit dem deutschen Geschäftsklimaindex nach oben. Mit anderen Worten: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die wirtschaftliche Lage sich wieder entspannt – und die Zinsen steigen. Genau da liegt der Nachteil variabler Darlehen: Steigen die Marktzinsen, beispielsweise aufgrund einer guten wirtschaftlichen Entwicklung, steigt auch die Verzinsung eines variablen Darlehens. Finanzierungsexperten der Stiftung Warentest raten daher, variable Darlehen als „Beimischung“ zu verwenden, um zumindest in der Anfangsphase der Finanzierung Einsparungen zu realisieren.
