Anschlussfinanzierung: Treue lohnt sich meistens nicht

Die Zeichen für eine Anschluss- oder Umfinanzierung stehen günstig: Die Bauzinsen befinden sich nach wie vor in einem Tief. Mit einer neuen Finanzierung nach Auslaufen der Zinsbindung ließe sich also viel Geld sparen. Trotzdem zögern viele Kreditnehmer vor dem Schritt, mit der Anschlussfinanzierung die Bank zu wechseln und halten ihrem Kreditinstitut die Treue. Aber lohnt sich das wirklich?

Sicherlich spielen viele Gründe eine Rolle dafür, dass viele Darlehensnehmer auch nach Ende der Zinsbindungsfrist treu und brav bei ihrer einmal gewählten Bank bleiben. Ein Grund ist mit hoher Wahrscheinlichkeit schlicht und einfach Bequemlichkeit: Gerade Bauherren, die im Großen und Ganzen mit der Leistung ihres Baufinanzierers zufrieden waren, warten lieber auf dessen Prolongationsangebot als sich aktiv auf die Suche nach einer attraktiven Anschlussfinanzierung zu begeben. Dabei hoffen Viele, dass sich ihre Treue auszahlen wird und das Verlängerungsangebot der derzeitigen Bank besonders gut ausfällt. Leider ist das aber so gut wie nie der Fall: Die Banken gestalten ihre Prolongationsangebote in der Regel deutlich weniger attraktiv als Erstfinanzierungen. Zudem sind sie lediglich dazu verpflichtet, ein solches Angebot bis zwei Wochen vor Ende der Zinsbindungspflicht zuzustellen. Wer sich auf gute Konditionen verlassen hat und nun feststellt, dass dem nicht so ist, hat nun kaum eine Chance, in so kurzer Zeit noch ein anderes, attraktiveres Angebot zu finden.

Bauherren ist demzufolge anzuraten, gegen Ende der Zinsbindungsfrist bereits frühzeitig den Markt nach passenden Angeboten für ein Verlängerungsdarlehen zu durchleuchten. Angst vor dem Bankenwechsel ist dabei unbegründet: Weder ist mit schlechteren Konditionen noch mit übermäßig hohen Gebühren zu rechnen.

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