Wie wichtig ist die Tilgungsgestaltung?

Immer wieder fallen Interessenten und Bauherren in spe sehr günstige Angebote zu Immobilienfinanzierung auf: Die Zinsen sind vergleichsweise niedrig, die monatliche Belastung hält sich in Grenzen. Bei einem Blick auf die Konditionen fällt dann aber schnell auf: Das Angebot ist mit einem Tilgungssatz von einem Prozent verbunden. Ein Prozent, das klingt verlockend und leicht finanzierbar. Das Problem: Vielen Interessenten ist dabei nicht bewusst was es bedeutet, lediglich ein Prozent der Finanzierungssumme regelmäßig abzutragen.

Ein Prozent Tilgung reicht in der Regel kaum aus, um ein Darlehen in angemessener Zeit und wirtschaftlich sinnvoll abzutragen. Häufig sind solche Darlehen auch noch mit einer relativ kurzen Zinsbindung versehen – was bedeutet, dass es bei der Anschlussfinanzierung zu einer bösen Überraschung kommen kann. Bei einer so geringen Tilgung verbunden mit einer kurzen Laufzeit bleibt am Ende der Laufzeit ein hoher Restbetrag, der meist mittels einer Anschlussfinanzierung abgetragen werden muss. In der Regel liegt der Zins bei einer Anschlussfinanzierung höher als beim ersten Darlehen, sodass es zu einem regelrechten Zinsschock kommt und sich die monatliche Belastung stark erhöht. Anders ausgedrückt: Wer sich anfangs um eine höhere Tilgung drücken möchte, zahlt nach Ablauf der Zinsbindungsfrist umso mehr.

Viel sinnvoller ist es daher, wenn irgend möglich eine höhere Tilgung zu vereinbaren – bereits ein halber Prozentpunkt mehr kann den Tilgungszeitraum um einige Jahre verkürzen. Um trotzdem flexibel zu bleiben empfiehlt sich eine Baufinanzierung, die Optionen wie eine Tilgungsaussetzung in einer angespannten wirtschaftlichen Situation oder Sondertilgungsmöglichkeiten vorsieht. Auf diese Weise kann ein Darlehen deutlich schneller und damit auch günstiger getilgt werden.

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